„Gütersloher Straßenzauber“ / Rallye Ostwestfalen

ADAC Oldtimerfahrt „Gütersloher Straßenzauber“ 09.05.2010 (CRP/OCWL)

Teilnahme an der folgenden Veranstaltung in der Kategorie „Touristik“

Orientierung ausschließlich mit Chinesenzeichen. Bei den GLP`s: in einem Fall unscharfer, aber noch lesbarer Kartenausschnitt ansonsten saubere schwarz-weiss-Grafiken. 5 GLP`s in den Anforderungen in Ordnung.

Gute Erklärung der Bordbuchsystematik (wichtig für Anfänger!).
Veranstaltung empfehlenswert.

ADAC Oldtimerfahrt „Gütersloher Straßenzauber“ 08.05.2011

Teilnahme an der folgenden Veranstaltung in der Kategorie „Tourensport“

Ein starkes Teilnehmerfeld; traditionell bekannt für die rege Beteiligung waren immer die Motorradfahrer: fast 50 Teilnehmer mit Maschinen der Baujahre 1929 bis 1986. Nach den Motorrädern Start der Automobile mit einer ersten Gleichmäßigkeitsprüfung (GLP) auf einer Kurzstrecke, für die eine Sollzeit von 11,3 Sekunden vorgegeben ist. In der Kategorie „Touren-Sportlich“  sind zunächst keine Änderungen hinsichtlich der Inhalte des Bordbuchs im Vergleich zur Kategorie „Touristik“ aus den Vorjahren erkennbar. Hinweis bei der Fahrerbesprechung vor dem Start, dass  im Verlaufe des Tages noch „etwas kommen wird“.

Im Weiteren schöne Streckenführung, weitgehend auf befestigen Wirtschaftswegen, kilometrierte Chinesenzeichen weisen den Weg. In Harsewinkel  eine GLP der besonderen Art. „Loermanns Hof“ ist ein Versuchsgut mit einer Teststrecke (der Firma „Claas“) für landwirtschaftliche Fahrzeuge: 190 Meter sind in Bergauf- und Bergabfahrt einschließlich Schräglage in 25 Sekunden zu bewältigen anspruchsvolle Aufgabe!

Vor dem Start zu dieser GLP  wird ein Kartenausschnitt mit einer kniffligen Orientierungsaufgabe angereicht: das ist die touren-sportliche „Sonderaufgabe“, für die Strecke ist eine Zeit vorgegeben,  stumme Orientierungskontrollen („Baumaffen“) sind zu erfassen.

Nach der Mittagspause wieder (vielen Teilnehmern aus vergangenen Jahren bekannt) im Emstalstadion zwei Mal auf der Kartbahn eine GLP (Sollzeit: 1:40 Minuten). Am Ziel in Gütersloh  noch einmal die  GLP-Kurzstrecke (Sollzeit 11,8 Sekunden).

Irgendwie haben die Kollegen in Gütersloh stets Probleme bei der Auswertung – und so  war die Wartezeit bis zur Siegerehrung mal wieder sehr lang.

Fazit: Eine gut vorbereitete und faire Veranstaltung mit einer Aufgabenstellung im tourensportlichen Bereich, die auf jeden Fall sehr gut zu bewältigen war. Die GLP´s  sind alle in Ordnung. Sehr empfehlenswert, auch für Anfänger geeignet.

– Die Orientierungsaufgabe war in der Kategorie „Touristik“ nicht vorhanden. Ansonsten ist das Fazit komplett für diese Kategorie zu übernehmen.

7. ADAC Oldtimerfahrt „Rallye Ostwestfalen“, 05. Mai 2012 in Gütersloh

Am 05. Mai 2012 ging die „7. ADAC Oldtimerfahrt `Rallye Ostwestfalen` als „Touristische und Tourensportliche Oldtimerausfahrt für Motorräder und Automobile“  über die Oldtimerbühne. Sie ist u.a. ein Wertungslauf zum „ADAC Classic Revival Pokal 2012“ (für Motorräder) sowie für die Leistungskategorien „Touristik“, „Tourensport“ und Motorräder zum „ADAC Oldtimer-Cup Westfalen-Lippe“.

100 km Streckenlänge sind für die Touristiker und Motorräder, 115 km für die Tourensportler, jeweils in zwei Etappen vorgesehen. Wer es nicht kennt, kann mit dem Text der Ausschreibung: „Die Teilnehmer erhalten eine Streckenskizze mit Angabe der Streckenführung“ recht wenig anfangen. Für die tourensportliche Wertung kündigt die Ausschreibung „zusätzlich eine Orientierungsaufgabe und Gleichmäßigkeitsprüfungen, die teilweise mit einem Schnitt von >36 Km/h gefahren werden“, an. Im Übrigen ist die Durchschnittsgeschwindigkeit mit 25 bis 30 Km/h vom Veranstalter kalkuliert. Die tourensportlichen Teilnehmer haben im Bereich ihrer Orientierungsaufgabe (neben den üblichen Kontrollen für Alle) noch stumme („Baumaffen“) zu beachten.

Ein sauber gegliedertes und durchaus idealtypisch gegliedertes Bordbuch mit kilometrierten Chinesenzeichen (km/miles) und ergänzenden, den Weg fehlerfrei beschreibenden Hinweisen macht das Auffinden der Idealstrecke zum „Kinderspiel“; hier konkretisiert sich der dürftige Hinweis aus der Ausschreibung. Die Motorräder fahren natürlich mit den bekannten Symbolen eine voll ausgeschilderte und mit den Autos identische Strecke. Dennoch empfiehlt es sich grundsätzlich für den Beifahrer im Automobil, anhand des Bordbuchs kontinuierlich die Streckenführung zu kontrollieren, wenn es auch ermüdend ist … Anfänger können allerdings hier sehr gut den Umgang mit einem Bordbuch erlernen.

Wenn auch die Streckenführung überwiegend auf gut ausgebauten Wirtschaftswegen, auf kurzen Verbindungsabschnitten auch über Kreis- und Landstraßen führt – die Wetterbedingen erweisen sich den gesamten Tag als Handycap, denn es regnet ohne Unterbrechung.

Am Beginn und im Ziel zum Ende der Veranstaltung zwei identische Gleichmäßigkeitsprüfungen (GLP): ca. 50 Meter in 7,5 Sekunden Sollzeit. Entweder man hat eine entsprechende messtechnische Ausstattung an Bord oder verfügt über ausreichende Erfahrungen, um die 0,5 möglichst zielgenau zu treffen. Erneut ist anzuregen, statt dessen lieber auf volle Sekunden mit der Abweichung im Hundertstel Sekunden Bereich fahren zu lassen.

Die GLP´s 2 und 3 sind über 2600 Meter in 4:20 Min. sowie über 2100 Meter in 3:30 Min. (Schnitt jeweils 36 km/h) in der Feldflur  zu absolvieren. Die (unmaßstäbigen) Schwarz-Weiss-Vergrößerungen der topographischen Karte mit eingezeichneter Strecke sind in Ordnung. Die GLP 4 stellt – wie 2011 – auf dem „Hof Loermann“ bei Harsewinkel wieder eine besondere Herausforderung dar. Es handelt sich um die Versuchsstrecke eines Landmaschinenherstellers (Fa. Claas) für landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge. Die Strecke ist im strömenden Regen über entsprechende Einbauten mehrfach in Schräglage und nach einer 90-Grad-Kehre über eine steile Auf- und anschließende Abfahrt in unterschiedlichen Zeiten (25 und 60 Sekunden) zwei Mal zu durchfahren.

Für die Tourensportler schließt sich die Orientierungsetappe an. Schwierigkeitsgrad vielleicht etwas über dem Durchschnitt anzusiedeln; angesichts des nicht enden wollenden Regens sind die vielen ständigen Richtungswechsel mit der gebotenen Vorsicht zu fahren.

Für die Mittagspause stehen gerade einmal 30 Minuten zu Verfügung; der Würstchenstand ist wieder mit der Abwicklung überfordert.

GLP 5 im Emstalstadion. Wegen einer anderen Veranstaltung (!) ist unsere Strecke verkürzt; zwei Runden in 42 bzw. 46 Sekunden auf glatter regennasser Asphaltbahn.

Der Rest bis zum Ziel ist ebenso unspektakulär wie der Vormittag.

Die Veranstaltung zeigt, dass es unumgänglich ist, jeder Jahr erneut sorgfältig die Ausschreibung vollständig zu lesen! Nur so – von einem Hinweis auf der Internetseite des MSC Gütersloh einmal abgesehen – erhielt man Kenntnis, dass der Ort von Start und Ziel geändert worden war. Auspfeilung zumindest auf den überregionalen, in die Stadt führenden (Bundes-)Straßen suchte man ebenso vergeblich wie einen im Vorfeld gegebenen Hinweis auf einen Trailerabstellplatz.  Der große, unübersichtliche Platz zwischen Theater, Stadthalle und Wasserturm war nicht prädestiniert, sich auf Anhieb zwischen Fremdfahrzeugen und Betonpollern zu orientieren; Einweiser sind noch mit sich selbst beschäftigt. Zur Dokumentenabnahme fragt man sich ebenso durch wie zum Ort des Frühstücks. Sowohl im Theater als auch in der benachbarten Stadthalle ganztägige Veranstaltungen mit entsprechendem Publikumsverkehr. Lediglich vor dem Theatereingang ein wenig Schutz vor dem Dauerregen. Die Dokumentenabnahme im Erdgeschoss des Wasserturm in beängstigender Enge; und selbst in der Gastronomie, die das Frühstück organisiert, läuft eine Veranstaltung …

Auf der Strecke – die Motorradfahrer sind zu bedauern – kommt es immer wieder an Kontrollstellen, die zudem oft personell unterbesetzt sind, zum „Stau“. Ohne die Karenzzeit von 15 Minuten zwischen zwei ZK´s wäre ansonsten die Einhaltung der Zeitvorgaben oft nicht möglich gewesen. Teilweise muss der Beifahrer mit der Bordkarte nach vorn zum stempeln laufen.

Die leider in zu vielen Details unzureichende Organisation spiegelt sich dann auch noch einmal in der Auswertung wider. Im tourensportlichen Bereich sind offensichtlich auf der Orientierungsetappe stumme Kontrollen – von vier bis fünf ist die Rede –  „abhanden“ gekommen. Sie werden aus der Wertung herausgenommen, finden sich allerdings in der Ergebnisliste trotzdem wieder … Die Sinnhaftigkeit bleibt unvermittelt. Die GLP 4 (Versuchsstrecke) ist ebenfalls annulliert. In der GLP 5 (Emstalstadion) sind die ursprünglichen Zeiten (42 und 46 Sek.) um jeweils 10 Sek. verlängert worden; entsprechend sind die Ergebnislisten zu lesen! Dem Veranstalter sollte auch der nicht zu übersehende Rückgang der Teilnehmerzahlen von 2011 zu 2012 (Tourensport 16, Touristik 54, Motorräder 49 auf 12/44/31) zu denken geben.

Fazit: Abgesehen von den zahlreichen organisatorischen Schwächen ist die Kategorie „Touristik“ sehr gut geeignet, den Umgang mit einem ausschließlich auf Chinesenzeichen aufgebauten Bordbuch praktisch zu erlernen. In der Kategorie „Tourensport“ steht die qualitativ überschaubare Orientierungsaufgabe in keinem Verhältnis zur ansonsten überwiegend fehlenden Anforderung an die Streckenfindung.  Die GLP´s (auf der Strecke und zu Beginn und Ende) entsprechen normalem Anforderungsprofil für beide Kategorien. Die Sollzeitvorgabe mit 0,5 Sekunden sollte zugunsten einer Vorgabe auf volle Sekunden mit einer Messung auf Hundertstel-Abweichung ersetzt werden. Das Herausfallen der besonderen GLP auf der Versuchsstrecke schmälert deutlich die Qualität der diesjährigen Veranstaltung im Bereich der GLP´s.

In der Kategorie „Touristik“ insbesondere für Anfänger: empfehlenswert.

In der Kategorie „Tourensport“ unter Berücksichtigung der dargestellten Schwächen: bedingt empfehlenswert.

Autor dieser Berichte: Dr. Rolf Tiggemann

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3 Gedanken zu “„Gütersloher Straßenzauber“ / Rallye Ostwestfalen”

  1. M&M Korff sagte:

    nach unserem Empfinden für Anfänger die Idealveranstaltung,
    hier können unsere Kinder auf Beifahrer üben,
    abgesehen von den Orientierungskarten und den Sollzeiten,
    ist das Bordbuch eher bedeutungslos…

    Die Strecke ist durchgehend mit Symboltafeln ausgeschildert,
    z.B. Dreieck geradeaus fahren, Quadrat rechts abbiegen und Kreis für Linksabbieger…

    für den Beifahrer entspannend bis einschläfernd…
    auf jeden Fall einfach für jedermann machbar…

    Die teils knappen Zeitkontrollen gehen entgegen der Ausschreibung nicht in die Wertung ein…
    die Sollzeitvorgaben mit Zehntelsekunden hinter dem Komma,
    sind eine Art Glücksspiel oder erfordern spezielles Equipment,
    oder unheimlich viel „Zeitgefühl“, unserer Meinung nach sind volle Sekunden als Zeitvorgabe bei Wertung im Hundertstelsekundenbereich sinnvoller…

    Start- und Zielort auf dem Parkplatz fordern grosses Glück mit dem Wetter,
    die Bewirtung Morgens ist ein Gutschein für das örtliche Café,
    und Mittags ein Bratwurstwagen…

  2. Ulrich Ilemann sagte:

    Ergänzend hierzu ist noch anzumerken, dass bei der Siegerehrung der Touristen die falschen Gesamtsieger mit zwei Pokalen ausgezeichnet wurden. Das passte insgesamt zu der schwachen Organisation der Veranstaltung.

    Eigentlich ist es eine ordentliche Veranstaltung, wenn man die GLP’s und die Strecke nimmt, deshalb ist die schon seit Jahren schwache Organisation umso ärgerlicher.

  3. Iris und Uwe Sv. sagte:

    Wir haben in der Kategorie tourensportlich teilgenommen.
    Den organisatorischen Schwächen dieser Veranstaltung können wir nur zustimmen. Den Ort für die Siegerehrung (Skylobby) fanden wir sehr gut.
    Die Wertungsprüfungen waren interessant, allerdings sollte man die Lichtschranke auf dem Claas- Gelände an einer wenig gefährlichen Stelle aufstellen. Wenn man wie wir dieses Gelände zum ersten Mal befährt überrascht einen das steile Auf und Ab schon.
    Gegenüber dem Jahr 2010, als wir das letzte Mal beim Straßenzauber dabei waren,ist die Orientierungsaufgabe schon etwas anspruchsvoller geworden. Mein Wunsch als Beifahrerin mehr Orientierungsaufgaben, damit es eine wirklich gute tourensportliche Veranstaltung wird.

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