„Rund um das Göttinger Gänseliesel“ Historic

23. „Rund um das Göttinger Gänseliesel“ Historic 09.07.2011

Teilnahme an der folgenden Veranstaltung in der Kategorie „Touristik“

Die Veranstaltung hat traditionell einen überragenden Ruf, dementsprechend ist das Teilnehmerfeld sehr bunt gemischt und besonders die, sonst unterrepräsentierten, Klassen 1 (-1945) und 2 (1946-1960) sind bestens gefüllt.
Diese Veranstaltung steht für verschiedene, sehr hochkarätige, Wettbewerbe im Kalender.
Die Fahrtleitung besteht aus absoluten „Profis“, die selbst in den Wettbewerben stetig an der Spitze mitfahren und auf einen langjährigen Erfahrungsschatz zurückgreifen können.

„Kategorie A: Touristische Ausfahrt
Fahren nach Bordbuch mit leichten Orientierungsaufgaben nach Kartenausschnitten, Streckenbeschreibungen, Chinesenzeichen und Gleichmäßigkeitsprüfung“ – laut Ausschreibung

Ausgezeichnetes Kartenmaterial mit klaren Eintragungen. Die Navigationsaufgaben entsprechen der in der Ausschreibung und den Durchführungsbestimmungen skizzierten Charakteristik, sie sind zum Teil sehr anspruchsvoll, aber fair.
Dies gilt auch für die zwei, auf die beiden Fahrtabschnitte verteilten, Gleichmäßigkeitsprüfungen (GLP). Beide Prüfungen bestechen durch ihre Länge (GLP 1 7.580m / GLP 2 13.470m) und durch die Menge der „möglichen“ Zeitnahmen (GLP1 7 / GLP 2 8).
Eine weitere Besonderheit dieser Veranstaltung ist, dass leistungsschwache Fahrzeuge mit einer zusätzlichen Karenzzeit von 30 Minuten versehen werden.

Fazit: Perfekt vorbereitete und organisierte Veranstaltung. Der Schwierigkeitsgrad der Aufgabenstellungen liegt deutlich über dem Durchschnitt, alle Aufgaben sind fair und mit entsprechendem Erfahrungshintergrund lösbar. Die GLP´s sind auch mit schwächer motorisierten Fahrzeugen ohne Probleme zu absolvieren. Die Veranstaltung ist sehr empfehlenswert.

Autor dieses Berichtes: Max Kirschbaum

24. Internationales ADAC Veteranentreffen
„Rund um das Göttinger Gänseliesel“
6. bis 8. Juli 2012

Wer schon einmal unter dem Dach des Motorsport-Verband Nordrhein-Westfalen (MVNW) einen Fahrer-/Beifahrerlehrgang im Ruhrgebiet absolviert hat und dabei das Vergnügen hatte, als Co-Moderator Dr. Rainer Fletling zu erleben, der hatte zumindest schon einmal die Chance, im „Trockenkurs“ eine Reihe von Übungsaufgaben kennen zu lernen, die dem „Göttinger Gänseliesel“ entlehnt waren – und so neben den vielen Informationen, die in der Szene über den Charakter dieser Veranstaltung immer wieder vermittelt werden, auch eine erste Vorstellung über die Qualität der Aufgabenstellungen bei dieser Veranstaltung. Ausrichter sind die „Veteranen-Fahrzeug-Freunde Göttingen e.V. im ADAC“ (VFFG), die das „24. Internationale Veteranen Treffen 2012“ mit touristischer und sportlicher Ausfahrt „Rund um das Göttinger Gänseliesel“ ausschreiben. Als FIVA B-Veranstaltung klassifiziert zählt die Veranstaltung für nicht weniger als neun (!) Wettbewerbe als Wertungslauf.
Wer sich nicht anderweitig – wie etwa über einen der genannten Lehrgänge oder sonst wie – im Vorfeld über die zu erwartenden Anforderungen informiert, dem hilft bei dieser renommierten Veranstaltung leider auch die Ausschreibung nicht weiter. Dort heißt es :

„Kategorie A: Touristische Ausfahrt Fahren nach Bordbuch mit leichten Orientierungsaufgaben
nach Kartenausschnitten, Streckenbeschreibungen,
Chinesenzeichen und Gleichmäßigkeitsprüfung.

Kategorie B: Sportliche Ausfahrt Fahren nach Bordbuch mit mittelschweren
Orientierungsaufgaben nach Kartenausschnitten,
Streckenbeschreibungen, Chinesenzeichen und
Gleichmäßigkeitsprüfung.“

In beiden Kategorien erfolgt die Klasseneinteilung nach Baualter der Fahrzeuge (entsprechend der FIVA-Systematik). Gut: die VFFG-Clubmitglieder werden in einer eigenen Klasse gesondert gewertet. Leider gibt es weder im attraktiv aufgemachten Programmbuch noch an einer anderen Stelle der Aushänge eine Teilnehmerliste, aus der man auf einen Blick die Klasseneinteilung ersehen kann; man möchte doch zumindest seine Mitbewerber in der Klasse kennen …

Die Veranstaltung, aufgeteilt in zwei Etappen, ist in einen nahezu perfekten organisatorischen Rahmen eingebunden, für den Georg Bögershausen, selbst erfahrener und erfolgreicher Oldtimer-Rallye-Teilnehmer und 1. Vorsitzender des VFFG verantwortlich zeichnet. Bemerkenswert: die große Zahl von Teilnehmern, auch aus Göttingen und Umgebung, die sich bereits am Vorabend der Veranstaltung im Hotel einfinden. Das „International“ steht hier nicht nur auf dem Papier – eine Reihe von Teilnehmern kommt traditionell aus den Niederlanden und Belgien und die Rallye ist ein Wertungslauf zum „Int. B-D-NL-Cup 2012“.

Sportliche Ausfahrt

Die Durchführungsbestimmungen (gibt’s bei der Dokumentenabnahme) umfassen 5 Seiten, enthalten alle wichtigen Informationen und sind zweifelsfrei formuliert. Als besondere Hilfestellung ist als Muster vollständig und analog zur späteren Aufgabe im Bordbuch das Beispiel einer Gleichmäßigkeitsprüfung (GLP) abgedruckt. Wertungsprinzip: sog. „Eisenbahnfahrplan“ mit bindenden Fahrtzeiten für die Teilstrecken von Meßpunkt zu Meßpunkt. Ein besonderer Service des Veranstalters: am Freitag Abend gibt’s – getrennt für Sport und Touristik – eine Kurzschulung mit Aufgabenbeispielen, hilfreich nicht nur für Anfänger!

Die Aushändigung des Bordbuchs erfolgt am Start. Die Fahrtaufträge sind knapp und präzise auf einer Seite vorweg beschrieben.
Dann folgen Kartenausschnitte der Topographischen Karte 1:50.000 (mit Höhenlinien, zum Teil mit Schummerung), in Vergrößerungen auf 1 : 25.000, im Einzelfall auch einmal auf 1 : 12.500 mit Pfeilen, Strichen und Punkten gekennzeichnet. Die beiden GLP´s sind im besonderen Maßstab 1 : 33.333 dargestellt. Neben den Kartenausschnitten – zwei bis vier je Seite – ergänzen eine Reihe von Skizzen die Darstellungen, vergrößern insbesondere in Ortslagen die Topographie. Alle Abbildungen sind sauber farbig reproduziert, die Eintragungen präzise; in Ausschnitten 1 : 50.000 ist die Lupe selbstverständlich unverzichtbares Handwerkszeug.
Dass sich gleich nach dem Start bei den ersten beiden Aufgaben bereits die (Vor-)Entscheidung über einen vorderen Platz in der Wertung abzeichnet, ist in der Szene bekannt. Hier wie im Folgenden ist die „Handschrift“ des Fahrtleiters Dr. Rainer Fletling unverkennbar.
Eine unmaßstäbliche Skizze des „legendären“ Betriebsgeländes der Mercedes-Niederlassung mit nummerierten Pfeilen gibt hinreichend Gelegenheit, erste Fehlerpunkte einzufahren. Das setzt sich bei der Suche nach dem Idealweg im angrenzenden Gewerbegebiet fort; hier ist der richtige Weg mit einer Kombination von Kartenausschnitt und Chinesenzeichen zu finden.
Entlang der Strecke sind neben besetzten (Stempel-)Kontrollen stumme Orientierungskontrollen („Baumaffen“) zu notieren, stets gut sichtbar und fair platziert. Erfreulich: Hilfsweise sind im Bordbuch an verschiedenen Stellen Hinweise auf eine „ideale“ Durchlaufzeit enthalten. Des Weiteren gibt es Anmerkungen zu Streckenabschnitten, an denen keine Kontrollen vorhanden sind.

Die erste GLP – wie beschrieben – führt über gut 8 Kilometer und ist mit einem Schnitt zwischen 30 und 40 Km/h in rund 13 Minuten auf gut ausgebauter Landstraße mit zwei kleinen Ortsdurchfahrten zu bewältigen. Das Pendant am Nachmittag ist vergleichbar: Schnitt zwischen 35 und 40 Km/h, 10,7 Km, Fahrzeit gut 17 Minuten.
Ein klares Prinzip im Konzept ist erkennbar: Fahrt über gut gewählte, landschaftlich reizvolle Strecken. Dann folgen in kleineren Ortschaften meist verzwickte Orientierungsaufgaben. Ungeachtet der durchweg präzisen Darstellungen von Pfeilen, Strichen und Punkten: das Messen – um dem Fahrtauftrag, die kürzeste Strecke zu finden, gerecht zu werden – gestaltet sich zur Daueraufgabe über den Tag hinweg. Zwar sind die Zeiten für die beiden Etappen gut kalkuliert; entsprechend dem Schwierigkeitsgrad der Aufgaben stellt der Veranstalter 30 Minuten Zeitüberschreitung pro Etappe strafpunktfrei; erst nach Überschreitung dieses Limits wird je Minute ein Strafpunkt angerechnet.

Ein Galaabend mit ausgezeichnetem kulinarischen Angebot und Rahmenprogramm beendet den eigentlichen Rallye-Tag, an dessen Ende dann auch die Ergebnisse vorliegen.

Ein Korso mit Polizeibegleitung führt am Sonntag Vormittag das Teilnehmerfeld in die Innenstadt von Göttingen. Hier werden alle teilnehmenden Fahrzeuge der interessierten Öffentlichkeit präsentiert. Im Hotel endet die Veranstaltung um 12.00 Uhr mit der Siegerehrung.

Fazit: Die Veranstaltung wird in der hier beschriebenen sportlichen Kategorie ihrer Reputation und den gesetzten Anforderungen vollauf gerecht. Vor dem Hintergrund unseres Beurteilungsrahmens ordnen wir die Orientierungsaufgaben mit „überdurchschnittlich“ deutlich höher ein, als der Veranstalter („mittelschwer“) selbst. Die Fahrtunterlagen sind ebenso hervorragend wie die Beschreibung der Fahrtaufträge; beides ist Beispiel gebend für andere Veranstalter (der Gelbeindruck bei der Vergrößerung zum Kartenausschnitt 26 sollte künftig wegen der beeinträchtigten Erkennbarkeit vermieden werden).
Der gesamte organisatorische Rahmen findet seine Entsprechung im Nenngeld. Ambitionierte Oldtimer-Rallye-Teilnehmer, insbesondere aber auch solche, die beginnen, den Leistungsbereich „Tourensport/Sport“ für sich zu entdecken, finden im „Göttinger Gänseliesel“ eine außerordentlich qualitätsvolle Veranstaltung, die es allein schon wegen der spannenden und interessanten Aufgabenstellungen und dem damit verbundenen Lernpotential lohnt, unter die Oldtimer-Räder zu nehmen.

Die Veranstaltung ist sehr empfehlenswert.

Und hier die Ergebnisse.

Kategorie B: Sportlich

1. Korff, Martina und Magnus, Volvo 66
2. Buchenau, Klaus-Peter/Riedel, Rainer, Austin Healey 100/6
3. Schönwälder, Marita und Wolfgang, BMW 2002

Kategorie A: Touristisch

1. Kunze, Stefan und Sabine, BMW 1802
2. Albers, Regina/Kolbe, Manfred, VW K 70 L
3. Sudmeyer, Erika/Lossau, Christina, VW Karmann

Alle Ergebnisse sind auf der Internetseite des Veranstalters unter www.vffg-ev.de nachzulesen.

-Dr. Rolf Tiggemann

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