ADAC Rallye „Ruhrgebiet Classic“

ADAC Rallye Ruhrgebiet Classic 14.08.2010 (OCWL)

Teilnahme an der folgenden Veranstaltung in der Kategorie „Touristik“

Überdurchschnittlicher Anspruch an die Orientierung auf der Grundlage sehr guten Kartenmaterials (1:25.000 farbig). GLP´s mit gesonderter Skizzen-Grafik. Beginn und Ende der Streckendarstellung mit Chinesenzeichen. Angemessenes, sehr gutes Niveau auch in der Touristik.

Veranstaltung sehr empfehlenswert.

ADAC Rallye Ruhrgebiet Classic 23.07.2011

Teilnahme an der folgenden Veranstaltung in der Kategorie „Tourensport“

Dritte Veranstaltung dieser Art des MSC Ruhrblitz, wieder in Kooperation mit OPEL. Für Liebhaber dieser Marke sind die 20 Oldtimer der Baujahre 1929 bis 1981 (von 80 Teilnehmern insgesamt) ein Augenschmaus.
Streckenführung durch das nördliche Ruhrgebiet ins Münsterland und zurück. Leider zu viele Hauptverkehrsstraßen. Gut aufbereitetes Kartenmaterial mit durchweg sehr anspruchsvollen Navigationsaufgaben, besonders in Details.  Insbesondere das Auffinden der geforderten kürzesten Verbindung zwischen zwei Punkten bereitet immer wieder Probleme, da die Messung „im Nano-Bereich“ erfolgen muß – und das ist mit konventionellen Hilfsmitteln nur schwer zu bewältigen.   Navigationsfehler sind die Folge. Einer der Verantwortlicher dazu später:  zwischen zwei möglichen Streckenalternativen können auf einer Gesamtlänge von 1000 Metern  10 Meter den Ausschlag für die geforderte kürzere Strecke ausmachen. Da stellt sich schon fast die Sinnfrage bei einer solchen Aufgabenstellung.

Eine bemerkenswerte „Neuerung“: die stummen Kontrollen („Baumaffen“) sollen – so der Text in den Ausführungsbestimmungen – maximal drei Meter, gemessen vom befestigten rechten Fahrbahnrand, an der Strecke stehen. Der Sinn dieser Bestimmung bleibt bis zum Ende der Veranstaltung unklar, allerdings – so zeigt sich im Tagesverlauf – tut  sich hier eine weitere Fehlerquelle auf, die in der Örtlichkeit Interpretationsprobleme auslöst, zu Zweifeln führt und viel Ärger auslöst . . .

Die erste Gleichmäßigkeitsprüfung (GLP) auf dem OPEL-Werksgelände bereits mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad: nach dem Lichtschranken-Start folgen zwei Abschnitte, getrennt von einer Lichtschranke; dabei ist die erste (Zwischen-)Schranke bereits mit so hoher Geschwindigkeit zu passieren, dass nur so die Chance besteht, den zweiten Abschnitt in der vorgegebenen Zeit überhaupt zu schaffen.

Die Mittagspause auf räumlich sehr engem Firmengelände; der Neustart ist schlecht organisiert, startende Autos kreuzen sich auf engstem Raum mit ankommenden Teilnehmern.  Noch einmal eine Kurzstrecken-GLP auf dem Betriebsgelände einer Firma: 200 Meter sind in 20 Sekunden zu fahren, auf schmaler Fahrbahn und vier Mal 90 Grad um eine Halle herum. Für schwächer motorisierte Fahrzeuge nicht oder nur mit sehr großem Können zu schaffen. Hinweise aus Teilnehmerkreisen wegen der sehr knappen Zeit bleiben beim Veranstalter ohne Reaktion („Sie haben es doch geschafft.“). Fehlerquellen in den Aufgabenstellungen führen zu Einsprüchen gegen den ersten Ergebnisaushang, diese zu langen Auswertezeiten, diese wiederum zu Verstimmungen bei den Teilnehmern. Zwei Tage nach der Veranstaltung gibt’s noch einmal eine Ergebniskorrektur.

Fazit: Über alles gesehen zwar eine recht anspruchsvolle Veranstaltung, leider mit vielen Problemen in Detailaufgaben. Ziemlich hohe Kritikresistenz beim Veranstalter wirkt nicht motivierend auf die Teilnehmer. Erst nach ausräumen der Fehlerquellen wieder empfehlenswert.

-Dieses Fazit lässt sich komplett für die Kategorie „Touristik“ übernehmen, da auch in dieser Kategorie die oben angeführten Fehler auftraten.

ADAC Rallye „Ruhrgebiet Classic“ – 21. Juli 2012

Teilnahme an dieser Veranstaltung in der Kategorie „Tourensport“

Es ist gut zu sehen, dass trotz einer schwierigen unternehmenspolitischen Lage die Zusammenarbeit zwischen OPEL und dem Veranstalter dieser Rallye, dem MSC Ruhrblitz e.V. noch funktioniert. Angemessen ist daher die Solidaritätsbekundung im Vorwort des Programmheftes. Empfehlung:  es gibt kein gutes Bild ab, hier schon über eine Reihe von Schreibfehlern zu stolpern. Schade auch, dass die Bilder der Autos im Programmheft so klein geraten sind; hier wäre, da der Platz vorhanden ist, eine bessere Seitengestaltung (lay out) vorteilhaft.
Am Morgen des Starttages auf dem OPEL-Werkparkplatz in Bochum fallen sofort zwei Dinge (im Vergleich zu den letzten Jahren) auf: nur wenige Werksfahrzeuge gehen an den Start. Die Gesamtzahl der Teilnehmer ist mit deutlich unter 50 (45 nach Veranstalterangabe, 39 nach Ergebnislisten) schon etwas enttäuschend; die Veranstaltung hat mehr Teilnehmer verdient. In der Leistungskategorie „Tourensport“ gehen 15, in der „Touristik“ leider nur 8 Teilnehmer an den Start. Vom Angebot zur Teilnahme an einer Oldtimer-Ausfahrt machen weitere 16 Teams Gebrauch.
Die schwache Gesamtbeteiligung spiegelt sich (fast) zwangsläufig auch in der Klassenbesetzung wider: im Tourensport sind die Klassen 6 bis 8 (Periode A – G), also die Baujahre bis 1970 (!) mit 6 Startern (!) zusammengefasst. In Klasse 9 und (Periode H – I), Baujahre bis 1981, gehen 8 Teilnehmer an den Start und die Klasse 10, Baujahre bis 1986 ist noch einmal mit einem Starter besetzt.
Auch bei dieser Veranstaltung zeigt sich eine tendenziell im Verlauf der diesjährigen Saison durchgehende, wenn auch regional unterschiedlich ausgeprägte Entwicklung: rückläufige Teilnehmerzahlen – das sollte allen Beteiligten einschließlich ADAC Anlass sein, über die weitere Entwicklung dieses schönen Motorsports nachzudenken!

Wie bei fast allen Veranstaltern, lassen sich auch beim MSC Ruhrblitz aus der Ausschreibung keine weitergehenden Informationen zu den Inhalten der Aufgabenstellungen ablesen:

„Gruppe 2: Tourensportliche Oldtimerfahrt und Gleichmäßigkeitsrallye über ca. 160 km aufgeteilt in zwei Etappen und mehrere Fahrtabschnitte. Orientierungsetappen (Streckenskizze mit eingedruckter Streckenführung, Chinesenzeichen) und Gleichmäßigkeitsprüfungen.“

Die äußeren, vom Veranstalter zu verantwortenden Rahmenbedingungen (Dokumentenabnahme, Frühstück, Mittagpause, Abendessen) sind angemessen und gut bis sehr gut, den vielen  Helfern, darunter zahlreichen Damen sei Dank. Mehrseitige Durchführungsbestimmungen erläutern verständlich Details für die zu lösenden Aufgaben. Neben den bekannten stummen Kontrollen („Baumaffen“) ist der erste Buchstabe der gelb-schwarzen Ortseingangsschilder festzuhalten. Und da gibt es wieder die Verständnisfrage: was, bitte, ist die Ortsbezeichnung? Gemeint ist der Ortsname!

Das Bordbuch wird 15 Minuten vor der festgelegten Startzeit ausgegeben, zunächst hinreichend Zeit, sich mit der gleich  nach dem Start zu fahrenden Gleichmäßigkeitsprüfung (GLP) und dem ersten Streckenabschnitt vertraut zu machen. Das Kartenmaterial, durchgängig im Maßstab 1 : 50.000, ist sauber und gut schwarz-weiss reproduziert; die Grünflächen im Original der Topographischen Karte sowie die braunen Höhenlinien erscheinen in abgestuften Grautönen, beeinträchtigen jedoch nicht die Lesbarkeit. Die Eintragungen (rot) zum Auffinden der Idealstrecke (Pfeile, Striche, Punkte) sind gut lesbar und zweifelsfrei.

Streckenabschnitte, Zeitkontrollen-Etappen mit Kilometerangaben, Fahrzeiten und geforderte Schnitte sind in Übersichten am Kopf jeder Bordbuchseite aufgetragen und erleichtern während der Fahrt die kontinuierliche Eigenkontrolle.
Die GLP`s – auf den beiden Etappen jeweils konzeptgleich mit insgesamt fünf Meßstellen als Sollzeitprüfungen (drei bzw. vier Lichtschranken am Start, etwa auf der Hälfte der ca. 1200 bzw. 180 Meter langen Strecke und am Ziel) angelegt – sind auf Systemskizzen graphisch verständlich dargestellt. Die vorgegebenen Zeiten (z.B. GLP 1: 400 m in 41 Sekunden oder GLP 5: 80 m in 9 Sekunden) sind auch für schwächer motorisierte Fahrzeuge ohne Probleme zu bewältigen.

Die Streckenführung über den Bochumer Süden in die landschaftlich reizvolle Elfringhauser Schweiz ist auf Neben- bzw. als Verbindungsabschnitte auf Landes-/Kreisstraßen sehr gut angelegt.
Im Südwesten führt die Route bis Neviges/Velbert. Hier hat der Veranstalter in einem flächenmäßig großen Gewerbegebiet die Möglichkeit genutzt, eine umfangreichere Chinesenzeichen-Orientierungsaufgabe einzuschieben, die einiges an Aufmerksamkeit abverlangt, zumal – verteilt über das Areal – eine Reihe von Stempelkontrollen eingerichtet sind. Erhöhte Aufmerksamkeit verlangt dann am Nachmittag noch einmal der Campus der Ruhr-Universität Bochum mit seiner komplexen Erschließungsstraßen-Struktur.

Die Orientierungskontrollen (stumme Kontrollen und besetzte Stempelkontrollstellen) sind in der Örtlichkeit gut platziert. Dass die sog. „Baumaffen“ in einem Abstand von bis zu drei Metern – vom rechten Straßenrand gemessen – aufgestellt sind, war noch den Teilnehmern vom letzten Jahr gut in Erinnerung, gab es doch seinerzeit dazu heftige Diskussionen; hier gab es in diesem Jahr keine Beanstandungen.

Während die Zeitkontrollen (ZK) in den einzelnen Fahrtabschnitten bei im Wesentlichen fehlerfreier Einhaltung der Idealstrecke gut einzuhalten waren, wurde es auf dem letzten Streckenabschnitt (vom Gewerbe- und Landschaftspark „Henrichshütte“ in Hattingen durch Teile des Bochumer Südens und über die  Universität in die Bochumer Innenstadt) aufgrund der Streckenführung (viele Ampeln, Linienbusverkehr ohne Überholmöglichkeiten, sehr langsam fahren im innerstädtischen Bereich  auf einer nur für Anliefer- und Linienbusverkehr freigegebenen Straße und anderer „Hemmnisse“)  für viele Teilnehmer zeitlich so eng, dass Strafpunkte für Zeitüberschreitung anfielen. Das war nicht nötig, denn es hätte der Veranstaltung in keiner Weise geschadet, hier das Zeitbudget um etwa 10 bis 15 Minuten zu erweitern.

Fazit: Insgesamt hat die Veranstaltung im Vergleich zu 2011 deutlich an Qualität gewonnen;  alle grundlegenden Kritikpunkte vom letzten Jahr wurden berücksichtigt. Im guten Kartenmaterial konnte die jeweils geforderte kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten recht problemlos ermittelt/gemessen werden. Alle Aufgabenstellungen waren gut und fair formuliert und dargestellt; von der Wertigkeit (Schwierigkeitsgrad) ordnen wir sie in der Kategorie „Tourensport“ als durchschnittlich ein. Das Anforderungsprofil ist auch für den Wettbewerb (OCWL) in jeder Beziehung angemessen.
Die Veranstaltung ist ohne weitergehende Einschränkungen sehr empfehlenswert.

Und hier die Ergebnisse:

Tourensportliche Oldtimerfahrt – Gesamt (Klasse)

1. (1.)  Dr. Rolf Tiggemann, Bochum/Michael Leyhe, Sprockhövel, Mercedes-Benz 170 S-D (1953).
2. (1.)  Ralf und Timo Roesler, Lage, VW Polo (1980).
3. (2.)  Hattenhorst, Hartmut, Bad Salzuflen/Kopp, Andreas, Detmold, Austin Healey (1967).

Touristische Oldtimer-Ausfahrt – Gesamt (Klasse)

1. (1.)  Schumacher, Christina, Hiddenhausen/Siekmann, Silke, Bad Salzuflen, Opel Kadett C (1977).
2. (2.)  Cordes, Harald und Isabell, Versmold, Alfa Romeo Spyder (1976).
3. (3.)  Rietz, Lennart und Hatwig, Bielefeld, Volvo PV 544 (1964).

Oldtimer-Ausfahrt – Gesamt (Klasse)

1. (1.)  Slabbers, Sebastian und Friederike, Essen, Ford Taunus (1979).
2. (1.)  Endemann, Thomas, Bochum/Grasbon, Pia, Mühlheim an der Ruhr, Opel Rekord Cabriolet (1967).
3. (2.)  Slabbers, Rüdiger und Christiane, Essen, Ford Consul (1973).

Autor dieser Berichte: Dr. Rolf Tiggemann

Advertisements

1 Gedanke zu “ADAC Rallye „Ruhrgebiet Classic“”

  1. Rainer Wakup sagte:

    Die Veranstaltung wurde eigentlich schon immer unter Wert diskutiert. Leider waren nie angemessen viele Teilnehmer am
    Start. In der Vergangenheit wurden auch zu oft vor der Siegerehrung unnötige, verzögernde Diskussionen geführt ( von Leuten, die angeblich aufgrund ihrer ADAC Vergangenheit die „Weisheit mit Löffeln gegessen haben“).
    Wenn man jetzt auch noch das Nenngeld drastisch erhöht, dann sehe
    ich schwarz für die Zukunft dieser Verstanstaltung. Wir haben
    auch darum auf einen Start verzichtet. ( bei ca. 15 gefahrenen Veranstaltungen im Jahr spielt der Faktor Nenngeld schon eine Rolle

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s