ADAC Westfalen-Meisterschaft 2012 – Oldtimersport

                        Aberkennung eines Meistertitels – Oder:

          vom entspannten Umgang mit Fehlern, Entscheidungen,                             Respekt  und Glaubwürdigkeit


— 1. Vorbemerkungen —

Seit dem Start der Internet-Plattform „classic automobilsport“ hat sich der Autor dieses Beitrags als Mitglied des Redaktionsteams stets um eine faire und sachbezogene Berichterstattung bemüht. Diese Grundprinzipien sind auch Motivation und Leitgedanke für die folgende Darstellung eines Sachverhalts, den ich in gut zwei Jahrzehnten Erfahrungen im Oldtimer-Rallye-Sport noch nicht annähernd in dieser Form erlebt habe, den ich aber sehr bewußt einer breiteren Öffentlichkeit zur Kenntnis gebe. Damit jeder Leser sich ein vollständiges und umfassendes Bild machen und so zu einer fundierten persönlichen Beurteilung des Vorgangs gelangen kann, hat die Dokumentation zwangsläufig einen entsprechenden Umfang.

— 2. Der formale Handlungsrahmen —

Zur Nachvollziehbarkeit und zum Verständnis dessen, was in der Sache und in welchen zeitlichen Abläufen geschehen ist, ein kurzer Blick auf die formalen Rahmenbedingungen.

Der ADAC Westfalen e.V. lobt jährlich, so auch 2012, für verschiedene Motorsport-Disziplinen   „Westfalen-Meisterschaften“ aus. Die Modalitäten dazu finden sich im Einzelnen im „MotorsportHandbuch 2012“ [hrsg. vom ADAC Westfalen e.V., Bereich Sport/Ortsclub/Jugend, o.O. (Dortmund), o.J. (2012)] und hier im Kapitel „Westfalen-Meisterschaften (ebd., S. 82 ff.). Im Abschnitt „Allgemeine Bestimmungen“ (S. 82 ff.) findet sich unter Ziffer 7. „Allgemeines“ folgende, für den hier dokumentierten Vorgang wichtige Regularie (ebd., S. 84):
„Die Auswertung der Meisterschaft erfolgt bis zum 30. Oktober 2012. Der Punktestand wird spätestens zu diesem Termin versandt. Das Versanddatum ist gleichzeitig Beginn der zehntägigen Einspruchsfrist. Falls ein Meisterschaftsteilnehmer bis zu diesem Termin kein Endergebnis erhalten hat, kann er Einspruch erheben. Nach Abschluß der Meisterschaft werden die Endergebnisse veröffentlicht.“

— 3. Der zeitliche und sachliche Ablauf —

Erster Meisterschafts-Endstand

Im Internet-Auftritt des ADAC Westfalen e.V. wird unter der Überschrift „ADAC Westfalen-Meisterschaft 2012“ für die Disziplin „Automobil-Oldtimersport, Fahrer“ – Endstand: 30.10.2012″ eine Tabelle veröffentlicht. Hier werden für mich 10 Veranstaltungen, an denen ich teilgenommen habe, mit entsprechend dem der Meisterschaft zugrundeliegenden Wertungsmodus umgerechneten Punkten dargestellt. Da für die Endwertung die sechs besten Ergebnisse Berücksichtigung finden, sind die Punkte für vier Veranstaltungen als Streichergebnis ausgewiesen. Insgesamt sind für mich als Endergebnis 54,10 Punkte dargestellt. Damit nehme ich den 1.Platz vor meinen beiden Mitbewerbern (51,63 und 48,19 Punkte) ein. Da für die Endwertung mindestens 30 Wertungspunkte erreicht werden müssen, sind in dieser Liste weitere 25 Teilnehmer mit der Tabellenüberschrift
„Nicht gewertet (Mindestpunktzahl nicht erreicht)“ aufgeführt.

Anmerkung: Ab dem 30.10.2012 läuft die zehntägige Einspruchsfrist; sie endet am 09.11.2012.

Einladung zur Sportlerehrung 2012 

Mit Datum vom 08.11.2012 (Poststempel) erhalte ich am 09.11.2012 vom ADAC Westfalen e.V. eine Einladung zur Sportlerehrung, die am 02. Dezember 2012 in Dortmund stattfinden soll. Ich sage meine Teilnahme fristgerecht zu.

 Erstes Schreiben des ADAC Westfalen e.V. 

Mit Datum vom 21. November 2012 erhalte ich am 22. November 2012 ein Schreiben des ADAC Westfalen e.V., das im Folgenden im vollen Wortlaut wiedergegeben wird.

„Sportlerehrung des ADAC Westfalen
ADAC Westfalenmeisterschaft Oldtimer – Fahrerwertung

Sehr geehrter Herr Dr. Tiggemann,

wir freuen uns, daß Sie auch in diesem Jahr wieder an der ADAC Westfalenmeisterschaft Oldtimer teilgenommen haben.

Leider müssen wir Ihnen mitteilen, daß  die Wertung noch einmal korrigiert werden musste. Für die Seenfahrt Historic in Kierspe mussten die Ergebnisse neu berechnet werden. Hierdurch ergab sich ein neuer Endstand, den wir Ihnen in der Anlage beifügen. Durch diese Änderung ergibt sich leider auch für Sie eine geänderte Platzierung.

Wir würden uns dennoch freuen, wenn Sie an unserer ADAC Sportlerehrung teilnehmen würden.

Mit freundlichen Grüßen

 (Unterschrift)

Jutta Schacknat“

Anmerkung: Dem zitierten Schreiben ist eine neue Ergebnistabelle beigegeben. Sie trägt jetzt die Überschrift: „Endstand: 19.11.2012“, weist mich mit unveränderter Punktzahl (54,10)  auf dem 2. Platz und den Mitbewerber Herrn Heinz mit 55,41 Punkten auf Platz 1 aus. Im Übrigen zeigt eine weitergehende Überprüfung, dass im Vergleich zur ursprünglichen „Endstand-Tabelle“ vom 30.10.2012 noch eine größere Zahl von Änderungen vorgenommen wurden, die nachweislich nicht  auf Einsprüche von Teilnehmern zurückzuführen sind.

Mein Schreiben vom 24. November 2012 an den Vorsitzenden des ADAC Westfalen e.V.

Mit Datum vom 24. November 2012 an den Vorsitzenden des ADAC Westfalen e.V., Herrn Klaus-Peter Reimer, nehme ich zum oben zitierten Schreiben des ADAC Stellung. Auch dieser Brief ist nachfolgend im vollen Wortlaut wiedergegeben.                        


„Sportlerehrung des ADAC Westfalen: Westfalen-Meisterschaft 2012, Automobil-Oldtimersport Fahrer
– Einspruch gegen nachträgliche Ergebnisänderung
Bezug: Ihr Schreiben (Sport/Ortsclub/Jugend, Jutta Schacknat) vom 21.11.2012

Sehr geehrter Herr Reimer,

hiermit übersende ich Ihnen in Kopie das o.a. Schreiben Ihres Hauses mit Anlage, das ich eine Stunde nach unserem gemeinsamen Gespräch am 22. November 2012 bei mir im Posteingang vorgefunden habe. Sie werden nachvollziehen können, dass ich den Inhalt dieses Schreibens in Verbindung mit dem Zeitpunkt seiner Zustellung weder widerspruchslos noch unkommentiert akzeptiere.

Wenngleich ich nach Prüfung aller einschlägigen Bestimmungen, die für die ADAC Westfalen-Meisterschaft 2012 von Belang sind, zu der Feststellung kommen muß, dass  mir hinsichtlich des Ergebnisses bzw. der mich jetzt betreffenden Rückstufung und der damit vollzogenen Aberkennung des Meistertitels im Automobil-Oldtimersport (Fahrer) keine Möglichkeit des Einspruchs zur Verfügung steht, lege ich hiermit formell Widerspruch gegen die im o.a. Schreiben sowie in der damit übermittelten Ergebnistabelle dokumentierten geänderten Platzierung ein.

Am 30.10.2012 wurde ich in der entsprechenden Ergebnistabelle (ADAC Westfalen-Meisterschaft 2012 – Automobil-Oldtimersport Fahrer, Endstand: 30.10.2012)  mit 54,10 Punkten auf dem 1. Platz ausgewiesen.

Am 08.11.2012 (Datum des Poststempels ADAC Dortmund) erhielt ich eine Einladung zur ADAC Westfalen Sportlerehrung für den 02. Dezember 2012. Meine Teilnahme habe ich wenige Tage später fristgerecht mit der beigefügten Antwortkarte bestätigt.

Wenn jetzt, d.h. 20 Tage nach der erstmals mit „Endstand“ gekennzeichneten Ergebnistabelle das dort ausgewiesene Ergebnis nun von Ihnen korrigiert wird, dann handelt es sich für mich sowie für eine Vielzahl von Oldtimer-Kollegen, die inzwischen mit mir Kontakt aufgenommen haben, nicht zuletzt aber auch für ADAC-Funktionsträger mit zum Teil über einen Jahrzehnte reichendem Erfahrungshintergrund um einen nicht zu akzeptierenden Vorgang, der seinesgleichen sucht. Dies gilt neben dem genannten Zeitraum von 20 Tagen, der zwischen den Tabellen liegt, insbesondere für die angezogene „Begründung“, dass nämlich „für die Seenfahrt Historic in Kierspe … die Ergebnisse neu berechnet werden (mussten)“ und sich dadurch ein neuer Endstand ergeben habe. Tatsache ist, dass für das Team Heinz/Vidal die Ergebnisse der Veranstaltung in Kierspe bis zur jetzt vorgenommenen Korrektur nicht berücksichtigt waren, will heißen, offensichtlich vergessen wurden. Demgegenüber finden sich für das Team Sonnendecker/Kirschbaum, Max die Kiersper Ergebnisse bereits in der Tabelle mit Stand 10.07.2012 korrekt wiedergegeben. Dass die nachträgliche Aufnahme der Ergebnisse für die Veranstaltung in Kierspe für das Team Heinz/Vidal hinsichtlich der administrativen Behandlung von Veranstaltungsergebnissen im Rahmen der Westfalen-Meisterschaft im Bereich des Oldtimersports auch kein Einzelfall ist, belegt nachhaltig auch der Umgang mit Ergebnissen von Herrn Max Kirschbaum für zwei weitere Veranstaltungen und seine über Wochen hierzu mit der verantwortlichen Bearbeiterin geführte Korrespondenz.

Unabhängig davon, wodurch Ihr Schreiben vom 21. November 2012 letztlich ausgelöst wurde – fast auf den Tag genau drei Wochen Schweigen des Teams Heinz/Vidal, eine späte Erkenntnis Ihrer Sachbearbeiterin oder ein Zusammenwirken beider Faktoren – ein objektiv nachzuweisender Fehler in Ihrem Verantwortungsbereich kann nicht so, wie es hier geschehen ist, zu Lasten eines Dritten korrigiert werden!
Die mit dem Schreiben faktisch vollzogene Aberkennung eines Meisterschaftstitels schließlich noch mit dem lapidaren Satz: „Durch diese Änderung ergibt sich leider auch für Sie eine geänderte Platzierung.“ abzutun, zeugt ebenso vom Fehlen jeglicher Sensibilität in dieser Angelegenheit, wie sich in dem Brief nicht einmal in Ansätzen ein Hinweis auf ein Bedauern geschweige denn eine Entschuldigung findet.

Das Ausmaß an Desavouierung meiner Person erreicht dann mit dem letzten Satz eine kaum noch zu beschreibende Qualität. Nehmen Sie, verehrter Herr Reimer, bitte auf diesem Weg zur Kenntnis, dass ich meine Zusage zur Teilnahme an der diesjährigen Sportlerehrung am 02. Dezember 2012 selbstverständlich nicht aufrecht erhalte. Ich gehe davon aus, dass Sie die Streichung aus der Teilnehmerliste noch zeitnah verfügen können. Dass ich für mich persönlich aus diesem Vorgang – nicht zuletzt auch und besonders vor dem Hintergrund der Inhalte unseres Gesprächs am 22. November 2012 – eine Reihe von Konsequenzen ziehen werde, ist naheliegend.

Zum Abschluß. Ich hatte einleitend auf das Fehlen jeder Möglichkeit hingewiesen, bei der Westfalen-Meisterschaft im Bereich des Automobil-Oldtimersport (analog gilt das auch für die Motorräder) gegen ein Jahres-Endergebnis Widerspruch mit der Maßgabe einzulegen, dieses Ergebnis zu überprüfen. Im Motorsport-Handbuch des ADAC Westfalen, Ausgabe
2012 findet sich unter Rdz. 8 (Grundausschreibung) zu den ADAC Westfalen-Meisterschaften in den „Allgemeinen Bestimmungen“ (s. S. 82 ff.) zu den lizenzpflichtigen Veranstaltungen unter Rdz. 7 (Allgemeines) auf Seite 84 die Bestimmung, dass bis zum 30.10. Auswertung und Versand der Ergebnisse erfolgt und ab Versand dann eine 10-tägige Einspruchsfrist greift.

Beim ADAC Ostwestfalen-Lippe findet sich im dortigen Motorsport-Handbuch 2012 im Kapitel „Meisterschaften und Pokalwettbewerbe“ eine sog. Grundausschreibung. Hier wird im Abschnitt VI. Wertung unter Rdz. 8 (S. 21) festgelegt, dass die Ergebnisse der Wettbewerbe und Meisterschaften (auch der lizenzfreien) per Postversand veröffentlicht und 10 Werktage danach gültig werden.

Ich bin sicher, dass sich vergleichbare Bestimmungen auch bei anderen ADAC-Gauen finden lassen.

Mit freundlichen Grüßen
(Unterschrift)

Dr. R. Tiggemann

Anlagen

1. Schreiben ADAC Westfalen 21.11.2012    
2. ADAC Westfalen-Meisterschaft 2012
    Automobil-Oldtimersport Fahrer
    Ergebnisliste Endstand: 19.11.2012“

Anmerkungen:
In meinem oben zitierten Schreiben hatte ich im ersten und vorletzten Absatz irrtümlich eine Bestimmung der Westfalen-Meisterschafts-Richtlinien fehlinterpretiert: die Einspruchsfrist gilt nicht nur für den lizensierten Motorsport, sondern für alle Sportarten, die den Regularien unterliegen. Auf diesen Sachverhalt hatte mich Herr Rolf Lehmann, langjähriges Mitglied des Vorstands des ADAC Westfalen e.V. hingewiesen und mich so in die Lage versetzt, noch einmal frist- und formgerecht meinen Einspruch zu erneuern. Dies geschah mit dem im Folgenden wiedergegebenen Schreiben vom 29. November 2012.


Mein Schreiben vom 29. November 2012 an den Vorsitzenden des ADAC Westfalen e.V.

„per Einschreiben mit Rückschein
vorab per Fax:  0231/5499 – 113

Eilsache! Bitte sofort weiterleiten!

Westfalen-Meisterschaft 2012, Automobil-Oldtimersport Fahrer
– Erneuter Einspruch gegen nachträgliche Ergebnisänderung
Bezug: Schreiben ADAC Westfalen, Sport/Ortsclub/Jugend, Frau Schacknat, vom 21.11.2012 (Eingang hier: 22.11.2012); mein Schreiben vom 24.11.2012.

Sehr geehrter Herr Reimer,

ich nehme Bezug auf den o.a. Schriftverkehr sowie das Motorsport-Handbuch 2012 des ADAC Westfalen e.V. Nach den im Kapitel „ADAC Westfalen-Meisterschaften“ (ebd., S. 82 ff.) und hier im Abschnitt „Allgemeine Bestimmungen“ niedergelegten Regularien besteht auch für den Automobil-Oldtimersport (ebd., S. 86 f.) die Widerspruchsregelung gegen veröffentlichte Ergebnisse.
In der mit der Überschrift „ADAC Westfalen-Meisterschaft 2012, Automobil-Oldtimersport Fahrer, Endstand: 30.10.2012) veröffentlichten Ergebnistabelle wurde ich mit 54,10 Punkten in dieser Kategorie als Westfalenmeister ausgewiesen. Mit dem o.a. Schreiben vom 22.11.2012 wurde mir mitgeteilt, dass Ergebnisse neu berechnet und sich dadurch für mich eine geänderte Platzierung ergebe. Nach der dem Schreiben beigefügten Tabelle (Endstand: 19.11.2012) werde ich auf dem 2. Platz der Meisterschaft ausgewiesen.

Gegen diese nachträgliche Änderung lege ich hiermit unter Hinweis auf die genannten Grundlagen Widerspruch ein.

Ich bitte um Prüfung und Übermittlung eines Rechtsmittel fähigen Bescheids.

Mit freundlichen Grüßen
(Unterschrift)
Dr. R. Tiggemann“

Anmerkung: Am 02. Dezember 2012 findet die angekündigte Sportlerehrung des ADAC Westfalen e.V.  selbstverständlich – wie angekündigt – ohne meine Teilnahme statt.

Der letzte Akt: Schreiben des ADAC Westfalen e.V. vom 04. Dezember 2012

Mit Schreiben vom 04.12.2012 erhalte ich am 06.12.2012 ein Antwortschreiben auf meinen erneuten Einspruch vom 29.11.2012. Dieses von Herrn Peter Berghoff, dem zuständigen Bereichsleiter Sport unterzeichnete Schreiben ist im Folgenden Original getreu wiedergegeben.

„ADAC Westfalen Meisterschaft 2012
– Automobil Oldtimersport Fahrerwertung –

Sehr geehrter Herr Dr. Tiggemann,

ihr Schreiben vom 29.11.2012 zu obigem Thema, gerichtet an den Vorstandsvorsitzenden des ADAC Westfalen, Herrn Klaus-Peter Reimer, wurde uns mit der Bitte um Beantwortung zugeleitet.

Im Auftrag von Herrn Reimer dürfen wir Ihnen hierzu mitteilen, das eine von uns vorgenommene, nachträgliche Korrektur der Meisterschaftswertung unumgänglich wurde aufgrund einer unvollständigen Auswertung der Veranstaltung des Kiersper RC und einer daraus resultierenden Falschveröffentlichung des Jahresergebnisses.

Hierdurch sahen wir uns zwingend veranlasst eine Richtigstellung vorzunehmen, leider jedoch erst nach Ablauf der Einspruchsfrist, die sich allerdings ohnehin ausschliesslich an die jeweiligen Bewerber richtet und nicht für festgestellte Auswertungsfehler des ADAC Westfalen wirksam ist.

Wir möchten uns für dieses unglückliche Versehen entschuldigen und bedauern, dass die notwendige Änderung negative Auswirkungen im Endergebnis für sie zur Folge hat.

Abschließend möchten wir noch auf Ziffer 5,  der allgemeinen Meisterschaftsbestimmungen des ADAC Westfalen verweisen, nach der Rechtsansprüche von Fahrern auf Ehrung nicht bestehen.

Mit freundlichen Grüßen

(Unterschrift)

Peter Berghoff
Bereichsleitung Sport“

Anmerkung: Eine Kopie dieses Schreibens, versehen mit einem Begleitbrief, habe ich zur Kenntnisnahme und Information dem bereits zitierten ehemaligen Mitglied des Vorstands des ADAC Westfalen e.V., Herrn Rolf Lehmann sowie dem Vorsitzenden des ADAC Ostwestfalen-Lippe, Herrn Wolf-Otto Weitekamp zukommen lassen.

Hier endet zunächst die Darstellung der sachlichen und zeitlichen Chronologie eines Vorgangs um den Abschluß der ADAC Westfalen-Meisterschaft im Automobil-Oldtimersport (Fahrer) hinsichtlich meiner persönlichen Betroffenheit.

— Fazit —

Natürlich lassen sich aus diesem Vorgang – jenseits sowie unbeschadet individueller Beurteilungen unserer Leserschaft – eine Reihe von Schlußfolgerungen ziehen.

1.  Dass mein Mitbewerber in der Gesamtbilanz mit 1,3 Punkten rechnerisch vor mir rangiert,  ist objektiv richtig und bedarf keiner Diskussion.

2. Der hier beschriebene Vorgang ist allerdings unter sachlichen und zeitlichen Aspekten seines Ablaufs zweifellos ein gravierendes, wenn auch kein Einzelbeispiel, mit dem sich  einmal mehr die Ohnmacht und Hilflosigkeit eines Wettbewerbsteilnehmers gegenüber der Organisation eines Veranstalters und ihrer handelnden Personen belegen läßt.

3. Auf einem kaum noch zu beschreibenden Niveau dokumentiert dieser Fall, dass die Erwartung, auf der Grundlage objektiv erbrachter und nachvollziehbarer Leistungen eine gerechte Behandlung zu erfahren, in ihr völliges Gegenteil verkehrt wurde. Mein persönliches Gerechtigkeitsempfinden sowie mein Gerechtigkeitsanspruch, für den ich mich in diesem Sport seit vielen Jahren einsetze, sind nachhaltig getroffen und beschädigt worden!

4.  Hier geht es einzig und allein darum, wie unter zeitlichen und sachlichen Aspekten ein von den Verantwortlichen beim ADAC Westfalen e.V. selbst zur Wettbewerbsgrundlage deklariertes Regelwerk argumentativ nachträglich außer Kraft gesetzt wird.

5. Das mit „Endstand 30.10.2012“ publizierte Ergebnis wird vom ADAC selbst als „Falschveröffentlichung des Jahresergebnisses“ bezeichnet, so daß man sich „zwingend veranlasst (sah), eine Richtigstellung vorzunehmen, leider jedoch erst nach Ablauf der Einspruchsfrist, die sich allerdings ohnehin ausschließlich an die jeweiligen Bewerber richtet und nicht für festgestellte Auswertungsfehler des ADAC Westfalen wirksam ist.“

Diese Einlassung ist unter mehreren Gesichtspunkten höchst bemerkenswert.

Zum Einen dokumentiert sie einmal mehr das völlig einseitig zu Lasten eines Teilnehmers/Bewerbers angelegte Konstrukt eines Regelwerks, das sich im Übrigen auch recht durchgängig in Oldtimer-Wettbewerbs-Ausschreibungen wiederfindet. Der Administration wird das zweifelhafte „Recht“ zugestanden, durch ihr Handeln verursachte Fehler jederzeit und ungeachtet der normierten Einspruchsfrist zu korrigieren.

Zum Anderen zeigt sich hier konkret eine absolut willkürliche Interpretation des selbst gesetzten Regelwerks; voll umfänglich werden die sachlichen und zeitlichen Abläufe ad absurdum geführt, der Betroffene zum Spielball unkalkulierbarer Entscheidungen, die aufgrund selbst eingestandener, in der Administration verursachter Fehler getroffen wurden. Eine Einspruchsfrist degeneriert faktisch zur Makulatur (Natürlich ist sie für den Bewerber gedacht, für wen denn sonst?), da der Auslober sich jederzeit (!) zum Nachteil eines Bewerbers darüber hinwegsetzen kann – und dies sogar vor dem Hintergrund, dass es keinen formellen Einspruch gegen das mit Datum vom 30. Oktober 2012 veröffentlichte Endergebnis gegeben hat. Diese Form der einseitigen Auslegung des hier zur Anwendung kommenden Regelwerks scheint im Übrigen auch noch durch folgende Bestimmung gestützt zu werden:

Im bereits zitierten Motorsport-Handbuch 2012 des ADAC Westfalen heißt es: „Über die Auslegung der Ausschreibung entscheidet der Sportausschuss.“ (ebd., S. 84, Ziffer 7. Allgemeines).
Damit eröffnet sich der ADAC Westfalen e.V. jeden denkbaren Interpretations- und Auslegungsspielraum hinsichtlich des selbst gesetzten Regelwerks – in welche Richtung auch immer. Wie weit letztlich die mögliche Auslegung des Regelwerks reicht, zeigt sich auch in der bereits zitierten Bestimmung (vgl. oben, Ziffer 2.): „Nach Abschluß der Meisterschaft werden die Endergebnisse veröffentlicht.“ Und wann ein Endergebnis „endgültig“ ist, entscheidet der Auslober!

6. Das Ausmaß an unzureichender Handlungskompetenz und willkürlicher Entscheidung wird vollends deutlich, wenn wiederholt von unvollständiger Auswertung der Ergebnisse der Oldtimer-Rallye-Veranstaltung des KRC Kierspe die Rede ist. Die Veranstaltung fand am 23. Juni 2012 statt. Bereits in der Darstellung eines Zwischenergebnisses mit Stand vom 10. Juli 2012 fanden sich Ergebnisse von Kierspe dokumentiert.

Dass es im zeitlichen Ablauf nach der Veranstaltung eine Reihe von Problemen mit der für ADAC-Pokalwettbewerbe (Oldtimer-Cup Westfalen-Lippe und Classic Revival Pokal) maßgeblichen Anerkennung von Teilnehmererfolgen gegeben hat, ist in der Öffentlichkeit bekannt geworden. Über die genauen Ursachen und Hintergründe wurde indes zu keiner Zeit umfassend informiert (vgl. dazu auch unsere aktuelle Information hier in classic automobilsport  vom 18. Juli 2012!). Intransparenz als Handlungsmuster kennzeichnet vielmehr Art und Weise des Umgangs mit dieser Situation, letztlich auch dadurch belegbar, dass bis heute die Ergebnistabelle zur Westfalen-Meisterschaft im Oldtimerbereich noch immer eine Reihe von Fehlern aufweist.

7. Die Tatsache, dass im Internet-Auftritt des ADAC Westfalen e.V. unter dem Titel „ADAC Westfalen-Meisterschaft 2012“ und hier unter „Automobil-Oldtimersport Fahrer“ noch immer eine Tabelle mit „Endstand 14.11.2012“  (Stand: 08. Januar 2013) und mir als Westfalenmeister veröffentlicht ist, verdient allenfalls noch als Fußnote der Geschichte erwähnt zu werden.

Weit mehr als eine Fußnote ist in der Behandlung des hier dokumentierten Vorgangs die Tatsache, dass das Verhalten verantwortlicher Akteure durch  Posen und leere Gesten an Stelle von Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit und Vertrauen bestimmt war.

-Dr. Rolf  Tiggemann   

08. Januar 2013

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