Hasten Historic – Oldtimer-Ausfahrt „Rund um das Werkzeugmuseum“

Hasten Historic – 8. Oldtimer-Ausfahrt „Rund um das Werkzeugmuseum“
30. Juni 2012

Ob die Initiatoren der Hasten Historic im Jahre 2005 die bis heute erreichte Resonanz auf die Veranstaltung vorhergesehen oder vielleicht auch nur geahnt haben, wissen wir nicht. Unbestritten ist, dass sich trotz einer Reihe von Oldtimer-Veranstaltungen im Großraum „Bergisches Land“ und angrenzender Landesteile die ursprünglich im lokalen Verkehrsverein Remscheid-Hasten geborene Idee inzwischen zu einer respektablen Veranstaltung unter dem Dach des „Automobil-Club Bergisch Land e.V.“ entwickelt hat, die auch als Wertungslauf zur Bergischen Motorsport Meisterschaft zählt. Ihre Attraktivität macht sich dabei nicht nur an den gemeldeten Teilnehmern – 113 Teams gingen an den Start – vielmehr auch und besonders an den Aufgabeninhalten, daneben aber auch an den ablauforganisatorischen Rahmenbedingungen fest. Und dafür stehen (neben den für die erfolgreiche Vorbereitung und Durchführung einer solchen Veranstaltung unerlässlichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern) die beiden „Köpfe“: Jörg Stursberg (Fahrtleiter) und Klaus Picard (Organisation) – beide selbst erfahrene Oldtimer-Rallye-Teilnehmer, die auf zahlreichen Veranstaltungen übers Jahr hinweg anzutreffen sind.

Auf dem Firmengelände C.A. Picard sammeln sich die 113 Fahrzeuge, die einen beachtlichen Querschnitt durch die Oldtimeszene bieten: immerhin 13 Vorkriegsautos (1929 – 1944), 43 Fahrzeuge rerpäsentieren die Baujahre zwischen 1950 und 1960 sowie weitere 55 die Zeit von 1966 bis 1975.

Unter den ausgehändigten Dokumenten sind Durchführungsbestimmungen, die hier nicht so genannt werden und die überschrieben sind: „Zur Beachtung!“, nett aufgemacht, gleichwohl informativ und knapp. Auch Anfänger kommen damit klar. Wer allerdings noch nie mit „Chinesen“ oder gar mit Topographischen Karten gearbeitet hat, muß nach dem Start erstmal an den Straßenrand und sich grundlegend informieren, da das „Roadbook“ erst am Start ausgehändigt wird.
Nach einer größeren Runde durch zum Teil schön verwinkelte Teile Remscheids wird die erste Durchgangskontrolle (DK) wieder nahe des Starts im Morsbachtal erreicht, hier auch die erste Sonderprüfung – ein Parcour auf Zeit (35 Sekunden) zu durchfahren, der letzte Teil rückwärts (!) durch die Lichtschranke.
Die in den farbig gut reproduzierten Kartenausschnitten (durchgängig unterschiedliche Vergrößerungen aus der Topographischen Karte, daher ohne Maßstabsangaben)) dargestellten und durchnummerierten Aufgaben (Pfeile, Punkte) erfordern den kontinuierlichen Vergleich zwischen Karte und Natur, lassen die geforderte Idealstrecke aber ohne große Probleme fahren. Dazwischen eingeschoben und die Streckenführung mit Chinesenzeichen dargestellt eine sogenannte 0-Zeit-Prüfung, d.h. Start mit Schild markiert, Streckenlänge unbekannt, Ende (durch Zielflagge angezeigt) fliegend zur vollen Minute zu durchfahren. Die nummerierte Reihenfolge der „Chinesen“ ist natürlich nicht fortlaufend, die Darstellungen sind teilweise „gedreht“; dies erfordert genaues Hinschauen! Eine gleiche Prüfung noch einmal am Nachmittag. Während des gesamten Tages stumme Kontrollen an der Strecke („Baumaffen“), daneben Namenbuchstaben auf Weiler- und Ortseingangsschildern, diese allerdings zu verschiedenen Fahrtabschnitten.
Nach einer Kaffeepause in Wermelskirchen dann noch einmal mit Kartenausschnitten, am Ende mit Chinesenzeichen zurück nach Remscheid. Eine letzte „Geschicklichkeitsaufgabe“ (mit dem Hinterrad 25 cm an einen Balken heranfahren) mag Vielen Spaß bereiten, sollte aber im Zweifelsfall nicht über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Fazit: Eine organisatorisch gut vorbereitete und abgewickelte Veranstaltung.  Die Aufgabenstellungen siedeln wir qualitativ (und im Vergleich zu den üblichen Wertungsgruppen) zwischen gehobener Touristik und einfacherer tourensportlicher Anforderung an. Die Streckenführung ist attraktiv, eine gute Mischung aus Nebenstraßen, die durch viele ländliche Ortslagen führen in Verbindung mit Übergangsstreckenteilen auf Landes- oder Kreisstraßen.  Für den Charakter dieser Veranstaltung ist die 0-Zeit-Prüfung eine gute und insoweit vertretbare Variante einer Zeitprüfung. Über den Einbau einer GLP mit Hundertstel-Sekunde-Zeitmessung sollte einmal nachgedacht werden. Die „Geschicklichkeitsaufgabe Balken“ ist dann entbehrlich. Die große Resonanz und Reputation, die diese Veranstaltung inzwischen genießt, spiegelt sich neben der Teilnehmerzahl dann auch im gut gemachten Programmheft und den zahlreichen Inserenten aus der lokalen und regionalen Wirtschaft (Industrie, Handel, Gewerbe, Dienstleistungen) wieder.

Die Veranstaltung ist sehr empfehlenswert.

Und hier die Ergebnisse – Gesamt: 99 gewertete Teilnehmer;  Klasse 1: 10 ~; Klasse 2: 38 ~;
Klasse 3: 51 ~.

1. (1. Kl. 3)  Kochenrath, Peter/Küfner, Rudi, Mercedes-Benz 250 SL (1967)
2. (2. Kl. 3)  Birth, Peter/Wisniewski, Reinhold, BMW 1802 (1972)
3. (3. Kl. 3)  Marx, Regina/Zimmermann, Edgar, MG Midget MK III (1967)

4. (4. Kl. 3)  Fröhlich Lutz und Kai, BMW 2002 (1972)
5. (5. Kl. 3)  Wilhelms, Bernd/Flender, Jürgen, Triumph Spitfire MK III (1967)
6. (1. Kl. 2)  Dr. Tiggemann, Rolf/Kirschbaum, Max, Mercedes-Benz 170 S-D (1953)

Alle Ergebnisse finden Sie im Internet unter www.acbl.de und hier unter Hasten Historic.

Dr. Rolf Tiggemann

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1 Gedanke zu “Hasten Historic – Oldtimer-Ausfahrt „Rund um das Werkzeugmuseum“”

  1. Rainer Wakup sagte:

    Ich kann nur jedem am Oldtimer ( Motor- ) Sport interessierten Fahrer und Copiloten
    empfehlen nur einmal an der Hasten-Historic teilzunehmen. Ihr werdet immer wieder
    dort fahren wollen. Eine bessere Veranstaltung habe ich noch nicht erlebt ( bzw.
    erfahren ). Das gilt sowohl für die Fahrtunterlagen, als auch für die Aufgabenstel-
    lungen, die Sonderprüfungen, die Fahrtstrecke und Gegenden durch die die Route
    führt, als auch für das Rahmenprogramm, die Verpflegung und das gesamte
    Umfeld. Besonders hervorzuheben ist die Auswertung ( max. 1 Stunde nach
    Ankunft des letzten Fahrzeugs war bisher immer die Siegerehrung ).
    Ausserdem Pokale gibt es in jeder KLasse für rund 30 % der Gestarteten u.z.
    für Fahrer und Beifahrer !! ( diese werden hier noch für Beteiligte gehalten !! )

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