Int. ADAC Rallye Stemweder Berg Historic

41. Int. ADAC Rallye Stemweder Berg Historic, 21. Mai 2011

Teilnahme an der folgenden Veranstaltung in der Kategorie „Tourensport“

Sehr gute äussere Rahmenbedingungen (Wetter, Teilnehmerfeld). Es findet traditionell keine Fahrerbesprechung statt! Nach Ausgabe des Bordbuchs verbleiben 30 Minuten Zeit bis zum Start. Einzelne Fragen von Teilnehmern werden vom Starter/Moderator am Start über Lautsprecher beantwortet. Das ist nicht korrekt, weil ein Teil der Teilnehmer bereits auf der Strecke ist, ein anderer Teil steht in der Halle bei der Bordbuchausgabe und wieder ein anderer Teil bereitet sich auf seinen Start vor. Ganz hervorragendes farbiges Kartenmaterial (1 : 50.000), passgenaue Eindrucke der Aufgaben. Nach 15 Minuten Fahrzeit bereits die erste Gleichmäßigkeitsprüfung (GLP), ein Rundkurs in der Feldflur, aus Vorjahren bekannt und zwei Mal zu durchfahren, Gesamtlänge 3,8 Km. Fünf weitere GLP´s folgen, verteilt über den Tag. Deutlich höherer Schwierigkeitsgrad im Vergleich zur Kategorie „Touristik“ in den Navigationsaufgaben, Kraft zehrende Arbeit im Gewirr der asphaltierten Wirtschaftswege. Und eine GLP erweist sich aufgrund eines Navigationsfehlers zeitlich als „grenzwertig“: nach Korrektur wird die Zeit knapp! 50 Sekunden vor Ablauf der Sollzeit wird das gelbe Schild erreicht, nach kurzem Stop weiter zur Lichtschranke …
Mittagspause mit Westfälischem Buffet im Freien bei Katharina Gräfin von Schwerin-Krukemeyer auf Schloss Hüffe – eine seit vielen Jahren bestehende Tradition und von den Teilnehmern stets positiv aufgenommen.
Auf der Nachmittagsetappe fordert der Veranstalter noch mit einigen kleineren Navigationsüberraschungen und zwei weiteren GLP´s. Zielankunft gegen 18.00 Uhr in Stemwede-Haldem.

Fazit: „Der Schwierigkeitsgrad der Veranstaltung wurde im Vergleich zu den vergangenen Veranstaltungen erheblich zurückgefahren, damit den Neueinsteigern bei Oldtimer-Veranstaltungen der Einstieg erleichtert wird“ – so der Veranstalter im Vorwort des Programmheftes. Wer allerdings hier in der Kategorie „Touristik“ als Neueinsteiger debutierte, wird – so die übereinstimmende Auffassung zahlreicher Teilnehmer – den Weg in den Oldtimersüport gewiß nicht finden! Dazu waren – abgesehen vom geringeren Schnitt (im Vergleich zu den vergangenen Jahren) die Unterschiede bei der Aufgabenstellung in der Navigation im Vergleich zur Kategorie Tourensport viel zu gering. Die Aufgaben waren im Tourensport schon überdurchschnittlich ausgelegt, aber lösbar, reichten dennoch nach Meinung einiger erfahrener Teilnehmer durchaus an die Kategorie „Sport“ heran. Die geforderten Sollzeiten zwischen den Zeitkontrollen waren auch für schwächer motorisierte Fahrzeuge machbar, vorausgesetzt, man blieb auf der Idealstrecke. Ein langer Rallye-Tag: Streckenlänge 211 Km (einschließlich einer Länge für Wertunngsprüfungen von 36,5 Km).

Die Veranstaltung ist – abgesehen von den beschriebenen Schwächen – sehr zu empfehlen; hier kann man eine Menge lernen.

-Dieses Fazit gilt für alle Kategorien.

42. ADAC Rallye Stemweder Berg Historic – 18. Mai 2012

Teilnahme an der im Folgenden beschriebenen Veranstaltung in der Kategorie „Tourensport“

Die Ausschreibung in bekannter (Druck-)Qualität, gleichwohl nach wie vor mit recht dürftigen Angaben zu den inhaltlichen Anforderungen. Nur soviel: Streckenlänge ca. 220 km, unterteilt in zwei Sektionen mit insgesamt vier Gleichmäßigkeitsprüfungen (GLP) über ca. 30 km. Ansonsten werden lediglich „Zuverlässigkeits- und Orientierungsprüfungen als Verbindungsstrecken zu den einzelnen Prüfungen nach dem Bordbuch des Veranstalters“ angekündigt. Welche Bedeutung dem Hinweis im Vorwort der Ausschreibung beizumessen ist, dass die Fahrtleitung „in diesem Jahr an den seit Jahrzehnten bekannten Rallye-Fahrer Helge Groppel“ übergegangen sei, der „für seine neue Aufgabe … die erforderliche Erfahrung“ mitbringe und „die Aufgabenstellung der Veranstaltung seinen Vorstellungen anpassen“ werde, wird sich erst im weiteren Verlauf der Veranstaltung zeigen und erschließt sich allenfalls einem kleinen Teil der Teilnehmer.

Auffällig das deutlich reduzierte Teilnehmerfeld im Vergleich zu früheren Jahren: nach Programmheft (nach Gesamtwertung) sind am Start in der Wertungsgruppe „Sport“ 8 (8), im „Tourensport“ 14 (16) und in der „Touristik“ 13 (13); dabei nimmt nicht Wunder, dass zum Beispiel in der Gruppe „Tourensport“ die Baualterklassen bis einschließlich 1970 höchst dürftig, d.h. nur mit je zwei Fahrzeugen besetzt sind.
Die äußeren Rahmenbedingungen sind gut: angenehme Temperatur (im Vergleich zu den verregneten Veranstaltungen „OWL Klassik“ und Gütersloh“). Die Regularien bis zum Start wie gewohnt: keine Fahrerbesprechung, individuelle Bordbuchausgabe 30 Minuten vor dem Start.

Ausgezeichnetes farbiges Kartenmaterial (1 : 50.000 bzw. 1 : 25.000) mit passgenauem Eindruck der Aufgaben. Die erste GLP (Rundkurs Sundern) bald nach dem Start ist entgegen der ursprünglichen Planung nur noch einmal zu durchfahren: gut 5 km in 4 Min.: 46,9 Sek. Die übrigen GLP´s mit Längen von 5,5 bzw. 11,5 und 12,9 km sind durchweg gut zu bewältigen, auch für schwächer motorisierte Fahrzeuge, wobei die Schnitte um die 35 km/h liegen!
Was in der Ausschreibung fehlt, findet sich jetzt im Programmheft: „Damit die Teams auch die Punkte für das ADAC-Sportabzeichen im Motorsport erhalten können, ist die Durchschnittsgeschwindigkeit in der sportlichen und tourensportlichen Wertungsgruppe auf über 36 km/h festgelegt worden.“ Und weiter heißt es: „Gegenüber den Vorjahren finden Sie auch zum Teil eine andere Aufgabenstellung, die der Vorstellung des neuen Fahrtleiters entspricht.“ So verklausulierte Aussagen sind für die Teilnehmer wenig hilfreich – schon gar nicht im Programmheft.

Die so genannten Zuverlässigkeits- bzw. Orientierungsprüfungen sind zweifelsohne mit Bedacht im Maßstab 1 : 50.000 und einer Vielzahl von Aufgabenteilen (z.B. Pfeil – Punkt – Pfeil-Darstellungen) abgebildet; hier ist höchste Konzentration und absolut genaues Messen erforderlich, um die jeweils geforderte kürzeste Gesamtstrecke oder die kürzeste Entfernung zwischen zwei Aufgabenteilen korrekt zu erfassen und zu fahren. Die Vorgaben zwischen den Zeitkontrollen sind überaus anspruchsvoll, gleichwohl zu schaffen, vorausgesetzt, die Orientierung läuft weitestgehend ohne Probleme… Besondere Aufmerksamkeit erforderte eine hinsichtlich des konkreten Standortes nicht bekannte Schnittüberwachungskontrolle.

Die Mittagspause fast zu ausreichend zeitlich dimensioniert mit bekanntem Westfälischen Buffet im Freien bei Katharina Gräfin von Schwerin-Krukemeyer auf Schloss Hüffe.

Auf der Nachmittagsetappe folgt noch einmal eine erhöhte Anforderung an die Navigation mit der „Chance“ , Strafpunkte einzufahren, dazu zwei GLP´s. Bedauerlich übrigens, dass die Ergebnisse der GLP´s nur summarisch als Gesamtfehlerzahl und nicht in den Einzelergebnissen ins Netz gestellt werden. Zieleinlauf gegen 18.00 Uhr auf der Wilhelmshöhe in Stemwede-Haldem.

Fazit: Die inhaltlichen Anforderungen in der Wertungsgruppe „Tourensport“ haben im Vergleich zu 2011 eine deutliche Steigerung erfahren, sind als erheblich über dem Durchschnitt einzuordnen. Reichten nach Auffassung einer Reihe erfahrener Teilnehmer im letzten Jahr die tourensportlichen Aufgaben durchaus an die Kategorie „Sport“ heran, so ist für die diesjährige Veranstaltung festzustellen: inhaltlich gab es keine Unterschiede zwischen „Tourensport“ und „Sport“ – beide Wertungsgruppen unterschieden sich lediglich in der geforderten Durchschnittsgeschwindigkeit, so die Beurteilung durch einige „sportliche“ Teilnehmer. Angesichts der hier – wie auch bei anderen Veranstaltungen inzwischen festzustellen – weiter rückläufigen Teilnehmerzahl in der Kategorie „Sport“ ist den Verantwortlichen sowohl bei den lokalen Ausrichtern als auch beim ADAC zu empfehlen, ernsthaft über eine grundlegende Reform auch bei den Leistungskategorien nachzudenken – und das bald! Andernfalls steht zu erwarten, dass die „normative Kraft des Faktischen“ ihre Wirkung entfalten wird.

Sofern das in diesem Jahr angelegte Niveau der inhaltlichen Aufgabenstellung in der Wertungsgruppe „Tourensport“ auch künftig der Maßstab sein bzw. bleiben wird, ist Teilnehmern mit einem sehr fundierten und soliden Erfahrungshintergrund insbesondere hinsichtlich schwieriger Navigationsaufgaben die Veranstaltung nach wie vor – nicht zuletzt wegen des Lernpotentials – sehr zu empfehlen.

Und hier die Ergebnisse Gesamtwertung/ (Klasse):

Wertungsgruppe „Sport“

1. (1.) Schepper, Klaus (Herford)/Mohr, Fabian (Horb) – Opel Kadett C GT/E 2,4
2. (2.) Korff, Martine und Magnus (Herford) – Volvo 66 Grande Luxe
3. (1.) Kornrumpf, Jürgen (Langlingen)/Fletling, Rainer (Velmar) – Volvo PV 544

Wertungsgruppe „Tourensport“

1. (1.) Niewiarra, Prof. Dr. Manfred (Rietberg)/ Noltekuhlmann, Bernd – Aston Martin DB 6
2. (2.) Hattenhorst, Hartmut (Bad Salzuflen)/Kopp, Andreas (Detmold) – Austin Healey MK III BJ 8
3. (1.) Heinz, Klaus-Dieter (Schwerte)/Sander, Karl-Gustav (Dortmund) – Porsche 911 SC

Wertungsgruppe „Touristik“

1. (1.) Böttcher, Joachim (Stuhr)/Rudweleit, Günter (Klosterseelte) – NSU 1200 TT
2. (2.) Küper, Dunja (Witten)/Bäuerle, Dieter (Herford) – BMW 2000 CS
3. (1.) Ickler, Franz und Steineke, Christel (Burgdorf) -Triumph TR 3

Autor dieser Berichte: Dr. Rolf Tiggemann

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