Int. Hagener Veteranen Rallye

28. Int. Hagener Veteranen-Rallye 22.05.2010 (OCWL)

Teilnahme an der folgenden Veranstaltung in der Kategorie „Touristik“
„Gutes“ Beispiel für den inflationären Umgang mit den Begriffen „International“ und „Rallye“.

Die Veranstaltung bleibt hinter dem vom Veranstalter selbst gesetzten Anspruch deutlich  zurück.

Textliche (verbale) Streckenbeschreibung mit eingestreuten Fragen zu Punkten, die an der Strecke liegen. Wie bereits in der Vergangenheit waren die Fragen (bzw. die Antworten) in einer Reihe von Fällen weder zweifels- noch interpretationsfrei zu beantworten (Tenor: was mag der Veranstalter damit wohl gemeint haben??).  Ein besonders eindrucksvolles Beispiel zum Niveau der Fragen, um anschaulich zu verdeutlichen, wie versucht wird, erwachsene Menschen „hereinzulegen“. Frage: Sie queren eine Autobahn. Wie ist Ihr Name? Natürlich war mit Ihr, weil vorne gross geschrieben, nicht der Name der Autobahn, sondern der Eigenname (ja, von wem, Fahrer und/oder Beifahrer??) gemeint!

Der geforderte Schnitt bei zwei GLP`s (bergauf bzw. bergab) war mit 35 bis 38 km/h zumindest für einige Fahrzeuge nicht leistbar bzw. lag an der Grenze.
Veranstaltungscharakteristik: zumindest in der „Touristik“ war das keine Rallye, sondern mit Einschränkungen eine ordentliche Kaffee-Ausfahrt, auf keinen Fall aber ein qualifizierter Wertungslauf für einen solchen Wettbewerb.

29. Int. Hagener Veteranen-Rallye 11.06.2011

Teilnahme an der folgenden Veranstaltung in der Kategorie „Tourensport“

Neben der Kategorie „Tourensport“ werden auch  auch die Kategorien „Sport“ und „Touristik“ angeboten.  Veranstaltung zählt  als Wertungslauf für nicht weniger als vier Wettbewerbe. Auffällig, wie übrigens bei vielen Veranstaltungen in diesem Jahr:  die relativ geringe Starterzahl. 52 Teilnehmer verteilen sich auf die Kategorien  „Sport“ (9), „Touren-Sport“ (26) sowie „Touristik“ (17). Daneben läuft noch als Premiere für Einsteiger eine Oldtimer-Ausfahrt, die leider auch nur mit wenigen Fahrzeugen besetzt ist.

Eine „Spezialität“ des Veranstalters:  erst am Start gibt’s das  Bordbuch. Bei  recht mäßigem Kartenmaterial gestaltet sich die zunächst durch dicht besiedelte (Wohn-)Bereiche führende Idealstrecke als Glücksspiel; auch alte Profis haben ihre Probleme. Abseits von Bundes-, Landes- und Kreisstraßen auf zum Teil sehr extrem schlechten (Schlaglöcher!) Wirtschaftswegen, eine Tortour für viele der Autos.

Das nicht zufriedenstellende Kartenmaterial und leider nicht immer zweifelsfreie Eintragungen bringt manch guten Beifahrer an seine Grenzen, die Sinnhaftigkeit mancher Streckenführungen erschließt sich oft nicht. Die Gleichmäßigkeitsprüfungen sind in Ordnung, lassen sich gut fahren.

Die vorgegebenen Schnitte sind durchweg machbar. Lange Wartezeit bis zum endgültigen Aushang der Ergebnisse.

Fazit: Klares Defizit im Kartenmaterial und Eintragungen, die nicht immer zweifelsfrei sind. Die Kategorie „Tourensport“ für Anfänger nicht unbedingt zu empfehlen.

-Die Aufgaben der Hagener Veteranenrallye sind in allen Kategorien als „eigensinnig“ zu definieren. Was dies im Einzelfall bedeutet, zeigen die ungewöhnlich hohen Strafpunktzahlen in den Ergebnislisten auch bei besonders erfahrenen Teilnehmern. Neueinsteigern ist von der Veranstaltung abzuraten.

30. Int. Hagener Veteranen Rallye „Hagen Klassik“ – 26. Mai 2012 „Rund um die Pforte des Sauerlandes“

Teilnahme an der im Folgenden beschriebenen Veranstaltung in der Kategorie „Tourensport“

Auf den ersten Blick wesentliche Änderungen im Vergleich zum Vorjahr: angeboten werden nur noch die beiden Wertungskategorien „Tourensport“ (TS) und „Touristik“ (T). Die Kategorie „Sport“ ist ebenso entfallen wie die Oldtimer Ausfahrt, die 2011 für Neueinsteiger – allerdings mit mäßiger Resonanz – angeboten wurde. Die Veranstaltung zählt noch als Wertungslauf für den „ADAC Oldtimer-Cup Westfalen-Lippe“, für die „Classic Car Challenge“ und für das ADAC Sportabzeichen.
Gleiche Streckenlänge für TS und T (110 -140 km) mit je zwei Etappen. Im TS sind die Fahrtabschnitte durch Zeitkontrollen (ZK) unterteilt. Die Ausschreibung charakterisiert hier die Aufgabenstellungen inhaltlich: „Orientierungsetappen (Leichte Aufgabenstellung); Streckenskizze mit Pfeilskizze; Chinesenzeichen; gedruckte Streckenführung. Gleichmäßigkeitsprüfungen … mit unterschiedlichen Schnittvorgaben und geheimen Zeitkontrollen. Der Schwerpunkt der Wertung liegt bei den Orientierungsaufgaben.“ Angekündigt sind des Weiteren besetzte ZK´s  sowie besetzte und – das ist  hier neu –  auch unbesetzte  Durchfahrtskontrollen (DK) als so genannte „Selbststempler“. Später wird in den wichtigen Durchführungsbestimmungen noch als Kontrollen das Verkehrszeichen 385 (Weiler-Schilder) der StVO genannt.

Bemerkenswert auch bei dieser Veranstaltung wieder die Teilnehmerzahl und ihre Verteilung (Angaben nach den Ergebnislisten): von 41 Teilnehmer insgesamt entfallen 18 auf die Kategorie „TS“ sowie 23 auf die Wertungsgruppe „T“. Die älteren Baualtersklassen sind zum Teil nur  schwach vertreten.
Wichtig ist die genaue Lektüre der mehr als fünfseitigen Durchführungsbestimmungen. Die Aufgaben bzw. Aufgabenteile sind durchgängig mit roten Strichen markiert und durchnummeriert, Pfeile weisen auf ZK´s und GLP´s hin. Die Nummern der Aufgabenteile springen (natürlich!) häufiger von einer Seite zur übernächsten. Das scheint für noch nicht so erfahrene Teilnehmer neu zu sein, wie einige Nachfragen zeigen.
Auf fast jeder Seite zwei Kartenausschnitte in den Maßstäben 1 :50.000 bzw. 1 : 25.000, allerdings in unterschiedlichen Ausgaben (so z.B. mit bzw. ohne Höhenlinien-Darstellung), was den nicht so geübten Kartennutzer durchaus verunsichern kann. Gelegentlich gibt es auch Ausschnitte mit unüblichen Maßstäben (z.B. 1 : 11.300). Die Kartenausschnitte sind in schwarz-weiss auf festem Karton gedruckt. Die durch den Maßstab bedingte inhaltliche Fülle der Kartendarstellung in der Region (allein die Dichte der Höhenlienien sowie die durch die Tallagen charakterisierte Siedlungs- und Verkehrslinienstruktur bestimmt dominant das Kartenbild) erfordert kontinuierliches arbeiten mit der Lupe. Auf zwei gesonderten Blättern sind die vier zu absolvierenden GLP´s (Strecke, Länge und Sollzeit) dargestellt.

Wenn man es als Teilnehmer weiß, kann man sich darauf einstellen, Neulinge haben es da schwerer: das Bordbuch gibt’s erst am Start! Das bedeutet: weg vom Start und möglichst umgehend anhalten und in Ruhe die ersten Aufgabenstellungen durcharbeiten …  Neu: das Bordbuch ist nicht gebunden, besteht vielmehr aus einer Loseblattsammlung in Kunststoff-Prospekthülle. Das hat Vor-, aber auch Nachteile.
Inhaltlich-qualitativ ist das Auffinden der Idealstrecke in beiden Etappen vom Schwierigkeitsgrad her als überdurchschnittlich zu werten. Dennoch zeigt sich bei einer Reihe von Teilnehmern anhand der Ergebnislisten in der zweiten Etappe eine geringere Fehlerquote in der Orientierung.
Die in der Ausschreibung enthaltene Aussage „Orientierungsetappen (Leichte Aufgabenstellung)“ ist vor dem Hintergrund  der realen Aufgabenstellung allerdings nicht nachvollziehbar.

GLP 1 und 2 sind bekannte „Bergstrecken“ (2.940 m in 4:24 Min. und 3.850 m in 6:25 Min.). Bei beiden ist das Ende erst sehr spät einsehbar, es gibt keine Vorzeit! Schwächer motorisierte Fahrzeuge können hier in den Grenzbereich kommen, zumal die Strecken im normalen Verkehrsgeschehen zu befahren sind. Die beiden anderen GLP´s: konventionelle Rundkurse in Gewerbegebieten (1.130 m in 1:53 Min. und 1.390 m in 2:19 Min.), gut zu fahren, fair in der Aufgabenstellung.

Angesichts des Schwierigkeitsgrades in der Aufgabenstellung bei der Orientierung sind die Vorgaben zwischen den Zeitkontrollen zwar machbar, allerdings keineswegs zu großzügig bemessen.

Die Streckenführung – überwiegend auf kleineren Nebenstraßen, gelegentlich auf kürzeren Abschnitten über Bundes- oder Landstraßen – landschaftlich reizvoll; in der Feldflur ist aufgrund des hohen Bewuchses oft große Vorsicht geboten. Im Vergleich zum Vorjahr war der Straßenzustand gut.

Die äußeren und organisatorischen Rahmenbedingen der Veranstaltung waren insgesamt gut, sieht man davon ab, dass die Dokumentenabnahme (nach Ausschreibung und Nennungsbestätigung ab 08.00 Uhr) erst später einsatzbereit war. Die Mittagspause, in Kooperation mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe im Freilichtmuseum Hagen, war ebenso tadellos wie die Leistungen des Hotels (Frühstück/Abendessen und Service).  Die Zeit vom Eintreffen der Teilnehmer bis zum Abendessen und dann bis zur ersten Veröffentlichung der Ergebnisse erneut zu lang; bei einem besser strukturierten Ablauf  ließe sich insgesamt ein nennenswertes Zeitbudget einsparen.

Fazit: die Anforderungen in der Wertungsgruppe „Tourensport“  in den Orientierungsaufgaben mit   überdurchschnittlichem Schwierigkeitsgrad.  Dies setzt einen entsprechenden Erfahrungshintergrund bei den Teilnehmern  voraus. Auf jeden Fall bietet die Veranstaltung ein gutes Lernpotential. Für Neueinsteiger im Tourensport bedingt, ansonsten  empfehlenswert.
Und hier die Ergebnisse.

Wertungsgruppe „Tourensport“, gesamt (Klasse)

1. (1.)  Heinz, Klaus-Dieter (Schwerte)/Sander, Karl-Gustav (Dortmund), Porsche 911
2. (1.)  Bögershausen, Georg (Göttingen)/Zwickert, Heinrich (Seesen), NSU 1000 TT
3. (2.)  Schnell, Brigitte/Meseke, Klaus (Hagen), VW Typ 3 1600 L

Wertungsgruppe „Touristik“. Gesamt (Klasse)

1. (1.) Krämer, Hartmut und Eveline (Hagen), BMW 1502
2. (1.) Steinmeyer, Dieter (Wetter)/Tonn, Marcus (Holzwickede), Jaguar 3,8 S-Type
3. (2.) Küper, Dunja (Witten)/Bäuerle, Dieter (Herford), BMW 2000 CS

Autor dieser Berichte: Dr. Rolf Tiggemann

Zur Veranstaltung „30. Hagener Veteranen-Rallye 2012“ schreibt ein weiterer Teilnehmer:

„Liebe Oldtimer-Kollegen und Organisatoren,

im Ziel der 30. Hagener Veteranen Rallye gestatte ich mir ((Beifahrer Start-Nr. 3) ein paar Bemerkungen. Nachdem ich im Vorfeld erfahren hatte, dass die `sportliche´ Version in Hagen sehr schwer sein soll, hatten wir uns für die touristische Variante entschieden, da mein Fahrer und ich erstmals in Hagen am Start waren.
Die im Folgenden aufgeführten Punkte sind nicht als `Moserei`, vielmehr als gut gemeinte und in der Sache konstruktive Kritik zu werten.

Wenn ein Motorsportclub 29 Rallyes organisiert hat, dürfte man eigentlich bei der 30.Veranstaltung etwas mehr Professionalität bzw. keine ´Anfängerfehler` mehr erwarten.
Bereits die ´Wegbeschreibung` zur morgendlichen Papierabnahme im Hotel war ein wenig unglücklich. Mehrere Teams sind wieder aus dem Hotel hinausgegangen, um nachzufragen, wo denn wohl die Papierabnahme sei. Ein gelber Pfeil mehr hätte da für Klarheit gesorgt. Dafür versöhnte dann ein exzellentes Frühstück 😉

Der Fahrerbrief war bei uns falsch (sportlich statt touristisch). Weiterhin fehlten bei einem uns befreundeten Team die Kopien für die GLP´s.

Die Fahrtunterlagen (Bordbuch) selbst waren ordentlich. Allerdings hätte ich mir für die absoluten Neulinge ein paar Kreuzungssymbole (Chinesen) mehr gewünscht. Zudem waren sehr oft Straßennamen angegeben, die in der Örtlichkeit entweder nicht vorhanden oder auch schlecht zu sehen waren. Derartige `Hilfen` sollten aber zweifelsfrei erkennbar/lesbar sein. Die Kilometrierung war manchmal bis auf den Meter genau, manchmal aber auch recht ´ungenau`. Chinesenzeichen waren zum Teil unterschiedlich ´genährt`, d.h. die Strichstärken waren ungleich; das war aber nicht wirklich schlimm.

Wir (seit 2003 aktiv!) wurden heute zum ersten Mal bei einer Rallye überhaupt  `fotografiert`, und das gleich zwei Mal ;- ((( Bitte künftig die Starenkästen im Bordbuch vermerken!

Zu den Fahrtzeiten: sie sollten besser `kalkuliert` werden. Einerseits waren sie so knapp bemessen, dass man sich selbst bei Einhaltung der Idealstrecke Strafpunkte einhandelte. Andererseits musste man 20 Minuten an einer ZK warten ;-(

Zeitkontrollen: es gab im Fahrerbrief einen ausführlichen, fast halbseitigen Absatz bezüglich der Fahrzeiten. Danach war eine strafpunktefreie Vorzeit NUR im Ziel erlaubt. Vier Seiten weiter hinten war dann aber unterhalb des Zeitplans noch als Ergänzung zu lesen, dass auch an der Mittagspause eine Vorzeit strafpunktfrei sei… Warum wurde dieser Hinweis nicht schon vier Seiten vorher gegeben? Wir `Deppen` haben 30 Minuten gewartet.

Im Fahrerbrief habe ich zudem noch die Angabe vermisst, auf welcher Fahrzeugseite die Startnummer anzubringen ist. Falls ich das überlesen haben sollte, ist der Punkt erledigt. Falls nicht, bitte künftig angeben.

Schließlich war die Lage von Start und Ziel, insbesondere bei den GLP´s 2 und 4, sehr unglücklich. Ich denke, man kann froh sein, dass es dort nicht zu Unfällen gekommen ist. Zwei Fahrzeuge gleichzeitig an der Lichtschranke und zudem noch Gegenverkehr? Pardon, aber so geht`s nicht. Bitte künftig besser machen. …

Ansonsten: eine sehr schöne Strecke, freundliche Posten und nette Leute. Wenn einige meiner Kritikpunkte 2013 abgestellt werden könnten, kommen wir sicher gern wieder.

Mit freundlichen Oldtimer-Grüßen aus Remscheid.“

– Jörg Stursberg

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