Internationale ADAC Moselschiefer-Classic

   8. Internationale  ADAC Moselschiefer-Classic – 01. September 2012

der „AC 1927 Mayen e.V. im ADAC“ zeichnete als Ausrichter für die „8. Int. ADAC Moselschiefer-Classic“ am 01.09.2012 verantwortlich. In Mayen gingen 121 Automobile und 21 Motorräder an den Start. Wie beliebt diese Veranstaltung in der Region ist, mag man daran erkennen, dass nach Angaben des Veranstalters 60  Teilnehmerbewerbungen nicht angenommen werden konnten.

Das Bordbuch, im Mehrfarbendruck relativ aufwändig, gleichwohl ansprechend gestaltet, ist im Format DIN A 5 mit Spiralbindung gut zu handhaben. Aufgabenstellungen und Durchführungsbestimmungen auf den ersten Seiten sind klar formuliert. Die Idealstrecke ist in Teilabschnitte unterteilt; diese beginnen bzw. enden jeweils mit einer Durchfahrtskontrolle (DK) in einer Stadt. Der Streckenverlauf ist im Klartext beschrieben und kilometriert. Die Entfernungsangaben waren allerdings häufiger nicht präzise. Die farbigen Kartenausschnitte in Maßstäben 1 : 50.000 oder größer, in einem Fall auch erheblich verkleinert und dann selbst mit Lupe nur schwer lesbar, entbehrten durchgängig der Maßstabsangabe; für nicht mit diesem (amtlichen) Kartenwerk so vertraute Teilnehmer demzufolge zur Einschätzung von Entfernungen nicht hilfreich, selbst im Originalmaßstab bei Ortsdurchfahrten fast nicht geeignet.

Die rechte Bordbuchseite ist der offenkundige Beleg für den rein touristischen Charakter dieser Veranstaltung. Der DK-Zielort des jeweiligen Streckenabschnitts wird hier mit kurzer Ortscharakteristik, Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen und schließlich der Anschrift der örtlichen Touristikorganisation vorgestellt. Diesem Charakter entsprechend erhalten die Teilnehmer bei der jeweiligen DK „Gastgeber-Präsente“ (das erinnert, wenn auch im kleineren Maßstab, an die frühere Oldtimer-Zuverlässigkeitsfahrt „2000 Km durch Deutschland“). Service des Veranstalters: für die Motorradfahrer fährt ein „Geschenkewagen“ mit und sammelt die Präsente.

Zur Kontrolle der Idealstrecke sind stumme Kontrollen („Baumaffen“) sowohl links als auch rechts der Straßen und Wege, allerdings recht lieblos platziert und daher auch oft nur schwer auszumachen. Hinzu kam, dass ihre Standorte oft in geschlossenen Ortschaften lagen, was die Auffindbarkeit nicht erleichterte.

Zwei Gleichmäßigkeitsprüfungen (GLP) sollten den „sportlichen“ Einschlag der Veranstaltung repräsentieren; die konkrete Aufgabenstellung, d.h. die zu fahrende Durchschnittsgeschwindigkeit, wurde am Start zur GLP per Handzettel hereingereicht. Die erste GLP „Nitzblick“ (Schnitt 25 km/h) wurde später neutralisiert, da offensichtlich einige Teilnehmer den Sinn der Aufgabenstellung nicht korrekt erfasst hatten und andere auf der schmalen Straße, die kein Überholen zuließ, an der ordnungsgemäßen Absolvierung der Aufgabe behinderten. Die zweite GLP „Klotten“ (Schnitt 30 km/h) war gut zu bewältigen. Die Zeitmessung erfolgte allerdings mit Sekundengenauigkeit und nicht, wie allgemein üblich, im Hundertstel-Sekunden-Bereich. In der Folge ergab sich hier hinreichend Raum für Spekulationen …

Warum vor der Siegerehrung keine Ergebnislisten ausgehängt wurden, gehört zu den Fragwürdigkeiten, die sich der Veranstalter zurechnen lassen muß. Angesichts der Wertungsmodalitäten verwundert es nicht, dass im Gesamtergebnis die fünf Erstplatzierten jeweils fehlerfrei blieben. Da in diesem Fall über die Rangfolge das Fahrzeugalter („älteres Fahrzeug obsiegt“, so Kapitel „7. Wertung“ im Bordbuch) entscheidet, ist ebenso ein Anachronismus wie der Wertungsmodus auf der nächsten Ebene (gleiche Strafpunktzahl und identisches Fahrzeugalter): in diesem Fall kommt das Alter des Fahrers/der Fahrerin zum Tragen (der/die Ältere obsiegt).

Fazit: Eine ordentliche Oldtimerveranstaltung mit stark ausgeprägtem Touristikcharakter. Wer schöne alte Fahrzeuge sehen möchte, ist hier ebenso gut aufgehoben wie derjenige, der sich und sein Fahrzeug präsentieren will. In diesem Rahmen ist die Veranstaltung empfehlenswert.
Als Wertungslauf für die Pokalserie „ ADAC Classic Revival Pokal“ ist sie hingegen deplatziert.

 

Und hier die Ergebnisse (Gesamt):

1. Kiem, Friedrich-Wilhelm und Ulrike,  Opel 1.2, Bj. 1932 – 0 Punkte.
2. Sturm, Karl/Bauer, Ulla, Opel P 1, Bj. 1960 – 0 Punkte.
3. Sartorius, Gabriela/Bode, Wilfried, Mercedes-Benz Ponton 190 b, Bj. 1960 – 0 Punkte.

Alle Ergebnisse sind im Internet unter www.ac.mayen.de veröffentlicht.

– Hans-Jürgen Kirschbaum

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